So eine Oldtimermesse wie die Retro Classics ist mit ihren 10 Hallen schon sehr riesig, und wer kann von sich behaupten, wirklich alles gesehen zu haben??
Rund ein Drittel weniger Besucher als in 2019 waren die Bilanz am Sonntagabend, welche bei den Eintrittsgeldern richtig weh tat und natürlich der Angst vor dem Corona-Virus geschuldet war.
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Rund ein Drittel weniger Besucher als in 2019 waren die Bilanz am Sonntagabend, welche bei den Eintrittsgeldern richtig weh tat und natürlich der Angst vor dem Corona-Virus geschuldet war.
Nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden und stetiger Arbeit der Desinfektionsteams in allen Hallen war es möglich, die Messe planmäßig zu öffnen und durchzuführen.
In erster Linie blieben wohl die Seh-Leute zu Hause, denn praktisch alle Händler, mit denen ich sprach, bedauerten einerseits den Rückgang bei der Quantität, lobten aber gleichzeitig die hohe Qualität bei den Kontakten auf ihrem Standareal.
Unter den Gästen, die im Schnitt fünfeinhalb Stunden auf dem Gelände verweilten, waren mehr als ein Drittel Fachbesucher.
Wenngleich viele italienische Gäste ausblieben, lag der Anteil ausländischer Besucher aus 42 Ländern bei 11 Prozent.
Ein Highlight, zentral im Atrium präsentiert, war die „ROFGO Gulf Heritage Collection“ Sonderschau auf Bild 1 mit dem Star Porsche 917 auf Bild 2 und 3.
Bild 1
Bild 2
Bild 3
Roald F. Goethe, Sammler und Inhaber wertet den Auftritt seiner Autos als Riesenerfolg, was ihn rundum glücklich mache.
Auch die zweite Sonderschau, welche sich um die herausragenden Modelle der Marke Voisin drehte, begeisterte besonders das Fachpublikum.
Roald F. Goethe, Sammler und Inhaber wertet den Auftritt seiner Autos als Riesenerfolg, was ihn rundum glücklich mache.
Auch die zweite Sonderschau, welche sich um die herausragenden Modelle der Marke Voisin drehte, begeisterte besonders das Fachpublikum.
Zwischen den Weltkriegen entstanden nahe Paris technisch anspruchsvolle und optisch eigenständige Automobile.
Fast geräuschlos arbeitende Schiebermotoren in aedronamischen Karosserien mit vielen Art Deco Details seht Ihr auf den Bildern 4 und 5.
Bild 4
Bild 5
Besonders wenn auch auf eine ganz andere Art und Weise war der marode Ponton beim Auto&Traktor Museum Bodensee (Bild 6).
Bild 6
In Portugal als Fahrschulfahrzeug eingesetzt mit 2 Lenkrädern und 2 kompletten Fußpedalerieeinheiten, zu sehen auf Bild 7.
Bild 7
Auch sonst war dieser Stand besonders, (Bild 8) was ihm eine Pokalbewertung durch die Jury einbrachte.
Bild 8
In die Kategorie des Außergewöhnlichen fiel auch die Ausstellung der Skulptur von Erwin Wurm der König Galerie, gezeigt auf Bild 9, wo sich der Künstler am Thema Automobil abarbeitete.
Bild 9
Kommen wir zur Marke mit dem guten Stern, hier konnte sich sowohl der Auftritt von Mercedes-Benz Classic, wie auch der unserer Clubs sehen lassen.
Im Mittelpunkt bei All Time Stars stand ein blauer 300 SL Roadster, der als Werksrestaurierung unter dem Motto „Ursprung wird zum Ziel“ präsentiert wurde (Bild 10).
Bild 10
Beim 190 SL-Club überzeugte mich besonders der Aufbau der äußerst seltenen Front-und Heckersatzteile als ganze Einheit, festgehalten auf Bild 11.
Bild 11
Genau diese hätte der 190 SL im Freigelände hervorragend gebrauchen können, wie Bild 12 und 13 uns zeigen.
Bild 12
Bild 13
Auf Seiten der Clubs gab es in der Pressemitteilung ein Statement von Michael Dietrich, MB R 129-Club Deutschland e.V.: „Wir hatten diesmal eine größere Fläche, auf der wir unsere Exponate fantastisch präsentieren konnten. Die Messe lief hervorragend: über die 4 Tage hatten wir fast dieselbe Besucherfrequenz wie im Vorjahr. Unser „gläserner SL“ war ein echter Hingucker. Wir konnten zahlreiche neue Mitglieder gewinnen und auch der Kontakt der Clubs untereinander war sehr positiv!“
Unser Clubmitglied Ralf Reller war wieder mit einem eigenen Stand vertreten und berichtete: „Wir hatten schon Angst, dass die Messe gar nicht stattfindet. Trotz Viruswarnung war der Besuch wider Erwarten zum Teil sehr gut. Wir haben vier Autos verkauft und zwei sehr schöne Fahrzeuge gekauft. Die Messe hat sich für uns somit gelohnt und wir kommen auf jeden Fall wieder.“
Auch Siggi Rotterdam, für uns federführend am Clubstand, zog ein überaus positives Fazit bezüglich Mitgliederwerbung, Clubkontakte wie auch Clubshop-Verkauf.
Der „Hobel“ war auch vertreten (Bild 14) und Detlev Krehl, mein Co-Moderator, amüsierte sich köstlich über die „Neckar-Pagode“ auf Bild 15.
Bild 14
Bild 15
Das Foto von der Galerie am Mittwochnachmittag zeigt die Aufbauphase in Halle 1 (Bild 16).
Bild 16
Bei den Bussen beeindruckte mich diesmal ein BENZ der Reichspost aus dem Baujahr 1922 mit 26 Sitzplätzen und damals schon 100 PS (Bild 17), der als Vollcabriolet vorfuhr.
Bild 17
Auf Bild 18 seht Ihr einen Talbot mit seltener Worblaufen Karosserie, in dieser Form ein Einzelstück.
Bild 18
Ganz besonders gelungen fand ich die teils zwei-und teils drei dimensionale Darstellung des Künstlers mit einem Porsche 356 in Wintersport-Ausflugsstimmung auf Bild 19.
Bild 19
Pokale für SL-Modelle gab es auch, wie Bild 20 Euch zeigt.
Bild 1
Abgebildet seht Ihr zum Abschluss am Samstag beim Clubabend auch einen Teil unserer 190 SL Clubtruppe beim Essen fassen (wenn man schnell genug war) Bild 21.
Bild 21
Für Euren Terminkalender hier noch die Daten der Retro Classics Stuttgart 2021: Do. 18. März bis So. 21. März.
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So langsam sprach sich die beginnende Coronapandemie überall herum und es waren an diesem Wochenende deutlich weniger Oldtimerenthusiasten nach Stuttgart gekommen.
Der Veranstalter sprach von etwa ein Drittel weniger Besucher. Doch die Retro Classics bot einmal mehr, dass ganze Spektrum klassischer Fahrzeuge und es gab keinen einzigen Moment auf dieser Messe, wo einem langweilig werden konnte. Schöne Autos, soweit das Auge reichte und viele interessante Accecoires waren zu besichtigen und zu bestaunen.
Die anerkannten Mercedes-Benz Clubs hatten in diesem Jahr ein sehr großzügiges Areal in der Halle 10 bekommen und konnten ihre Fahrzeuge auf dem Stand bestens präsentieren! Wenn ich da noch an die letztjährige Techno-Classica denke! Unsere Clubmannschaft um Siggi Rotterdam stellte in diesem Jahr einen aus Ersatzteilen lose zusammen gestellten 190 SL auf dem Clubstand, der viel Aufmerksamkeit erregte. Auch die anderen Clubs hatten wieder sehr interessante Ausstellungstücke dabei, wie z.B. die „Pagodenwasserleiche“ aus dem Neckar. Bei meinem 5-stündigen Rundgang fielen mir wieder die vielen, vielen zum Verkauf stehenden SL Modelle auf. Ob 190 SL, Pagoden und besonders viele 107er und 129er, es gab die Fahrzeuge in vielen Farben und für fast jeden Geldbeutel etwas! Natürlich waren auch wieder einige 300 SL (W 198) Flügeltürer und Roadster auf den wohldekorierten Ständen zu sehen, aber dafür braucht man schon einen dicken gefüllten Geldbeutel. Fritz, Julia und Rouwen hatten einen 190 SL in Rennausführung dabei, den Sie für einen Kunden aufgebaut hatten. Leider hat von den echten Fahrzeugen keines überlebt! Schade eigentlich, diese 190 SL Variante sah sehr sportlich aus. Ein Stückchen weiter kam ich an der wenig bekannten Automarke VOISON vorbei und sah seltene Raritäten. Es waren etwa 10 Fahrzeuge dieser Marke ausgestellt, wo man wenn überhaupt, meistens nur gelegentlich eines dieser Fahrzeuge zu Gesicht bekommt. (siehe auch meinen Bericht)
Wieder ein Stück weiter, kam ich an dem Stand der Classic Akademie vorbei, wo ich mit unseren Clubfreunden Karl Weigl und Michael Rumig fachsimpelte. Ihre Oldtimerlehrgänge sind sehr gefragt und sehr interessant, wie mir schon einige Clubteilnehmer berichteten. Eine echte Bereicherung für alle Technikinteressierten! Ein besonders schönes W 111 Coupe sah ich auf dem Stand von Mercedes-Benz ALL TIME STARS, dass in dem Farben Graublaumetallic 906 und Mittelblau 350 unten und oben lackiert worden ist. Auch das blaue Leder gefiel mir sehr gut. Der Preis 377.490.-Euro war allerdings schon sehr heftig! Apropos Preise: Ich konnte keinen Verfall der Preise feststellen, wie immer wieder überall prophezeit wurde. Sicher sind die angebotenen Verkaufspreise etwas moderater geworden und die Händler müssen sich mehr einsetzen. Mäßige Fahrzeuge lassen sich nicht mehr so einfach an den Mann bringen, das kann man auch bei mobile.de beobachten. Aber meine Beobachtung ist, dass gute Autos nach wie vor, ihren Wert haben. Deshalb war ich auch sehr erstaunt über die 190 SL Markteinschätzung von Classic – Analytics, die einen 190 SL im Zustand 1 mit 140.000.-Euro bewerteten. Zustand 2 100.000.- Euro, Zustand 3 67.000.- Euro und Zustand 4 39.000.-Euro. Fange ich mal hinten an. Für 39000.- Euro gibt es keinen 190 SL mit TÜV, egal wie das Fahrzeug aussieht! Man kann froh sein, wenn man dafür ein komplettes Restaurierungsobjekt bekommt! Einen echten! 1er 190 SL, wo alles gemacht und dokumentiert wurde, für 140.000.- Euro? Da muss man schon viel Glück haben, da ja schon die Restaurierungsbasis 50.000.- Euro kosten kann. Und ein 190 SL im Zustand 2 (bitte Definition vom Zustand 2 in eurem Gutachten lesen) ist auch deutlich unter meiner Einschätzung. Allerdings sind auch viele wohlwollend mit Zustand 2 bewertete Fahrzeuge eher im Zustand 3! Doch eine komplette Restaurierung eines 190 SL, bei den heutigen Ersatzteilpreisen und dem handwerklichen Aufwand und Preisen, ist zumindest in Deutschland für dieses Markteinschätzung nicht zu machen.
Neben unserem Clubareal hatte der Mercedes-Benz 300 SL Club einen besonderen 300 SL „Flügeltürer“ mit einer besonderen Geschichte ausgestellt. „Dieser Mercedes-Benz 300 SL von 1954 wurde an, Karl Kiekhaefer, den Inhaber von MERCURY MARINE, ausgeliefert. Am 6. August 1955 schickte er diesen 300 SL „GULLWING“ beim ersten und einzigen NASCAR Sportwagenrennen in Raleigh,NC, ins Feld. NASCAR Champion Tim Flock bestritt das 100 Meilen Rennen und gewann mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 78, 2 Meilen pro Stunde.“ Wer hätte das gewusst?
Wollen wir hoffen, dass sich auf Dauer alles wieder normalisiert und wir am 18. -21.März die nächste Retro Classics besuchen können.