190 SL-Revue • Beitrag • Interessanter Vorkriegsoldtimer – der ESSEX Super Six190 SL-Revue • Beitrag •

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Interessanter Vorkriegsoldtimer – der ESSEX Super Six

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2021-04 –

Beitrag • Vorwort

Schon bei unserem sehr schönen Oldtimertreffen in Winsen an der Aller und eine Woche später beim ADAC Oldtimertag, fiel wir dieser exzellent restaurierte ESSEX Super Six aus dem Jahr 1929 auf. Sogenannte „Vorkriegsoldtimer“ werden heutzutage viel seltener zu Oldtimertreffen ausgeführt und zählen zu den Raritäten einer jeden Veranstaltung.

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190 SL-Revue • Beitrag • Mercedes 6/25 PS und 10/40 PS mit Roots-Kompressor • 2021

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Mercedes 6/25 PS und 10/40 PS mit Roots-Kompressor 

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2021-04 –

Beitrag • Vorwort

Die ersten Mercedes Kompressorwagen auf der DAA 1921

  • Mercedes 6/25 PS und 10/40 PS mit Roots-Kompressor 
  • Premiere auf der Deutschen Automobil-Ausstellung 1921 in Berlin 
  • Grundlage für die goldene Ära der Kompressor-Tourenwagen Ende der 1920er-Jahre

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190 SL-Revue • 2021 • 03 • Mercedes 28/95 PS Sport

Quelle: 190 SL-Revue

Mercedes 28/95 PS Sport: Rennerfolg mit Vierradbremse bei der Targa Florio 1921

– Beitrag • 190 SL-Revue • 2021 • 3. Quartal –

Beitrag

• Die innovative Technik verbessert Bremspräzision und Fahrsicherheit 

• Vor 100 Jahren: Klassensieg, schnellste Runde und Platz 2 des Gesamtklassements für Max Sailer 

• Weitere Mercedes-Benz Erfolge bei der Targa Florio 1922, 1924 und 1955 

• Überblick: Mercedes-Benz Meilensteine der Bremsentechnik im Automobil seit 100 Jahren

Stuttgart. Was für eine Strapaze ist dieses Rennen vor 100 Jahren. Knapp siebeneinhalb Stunden unter der stechenden Sonne Siziliens benötigt Rennfahrer Max Sailer am 29. Mai 1921 bis ins Ziel der Targa Florio. Das Ergebnis: Platz 2 im Gesamtklassement, Klassensieg der Tourenwagen über 5 Liter Hubraum und die schnellste Rundenzeit. 432 Kilometer weit liefert sich Sailer im Mercedes 28/95 PS Sport ein packendes Rennen mit einer starken Konkurrenz vor allem italienischer Fahrer. Vier Runden des 108 Kilometer langen Kurses im Norden der italienischen Insel werden über unasphaltierte Gebirgsstraßen mit rund 1.500 Kurven und 800 Metern Höhenunterschied gefahren. 

Sailer kann sich unter diesen Extrembedingungen auf eine neue Technik verlassen: Der Mercedes 28/95 PS Sport ist das erste mit Vierradbremse ausgerüstete Fahrzeug der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG). Das verschafft ein deutliches Plus an Bremsvermögen und damit an Präzision und Fahrsicherheit. Zum Einsatz kommen Trommelbremsen. Diese sind hinter den Drahtspeichen gut sichtbar. 

Der Sieg ist zum Greifen nah 

Staub und Hitze begleiten das Rennen genauso wie die Gefahr von Reifenpannen durch die zahlreichen Hufnägel, die auf der Fahrbahn liegen. Und dieses Risiko kostet Sailer auch den Gesamtsieg in der zwölften Ausgabe des legendären, vom italienischen Industriellen Vincenzo Florio ausgerichteten Straßenrennens: „Sailer musste neunmal Gummi wechseln, während der mit nur zwei Minuten vor ihm angekommene absolute Sieger der Targa auf einem Spezial-Fiat-Rennwagen nicht einen einzigen Reifendefekt hatte“, resümiert die Daimler-Motoren-Gesellschaft am 6. Juni 1921 in einer Verkaufsmitteilung an das Händlernetz. Dass der Stuttgarter Rennfahrer die Targa Florio trotz dieser neun Reifenpannen in 7 Stunden, 27 Minuten und 16,2 Sekunden mit 

einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 57,9 km/h zurücklegt, ist ein Meisterstück. Wohlverdient ist denn auch seine Auszeichnung mit einem von Vincenzo Florio gestifteten und vom Sizilianischen Automobil-Club verliehenen Pokal für den „Ersten in der Serienklasse“, wie es in einem direkt nach dem Rennen an den Stammsitz der DMG gesandten Telegramm heißt. Nicht zu verwechseln ist diese „Coppa“ des Herrn Florio mit dem ebenfalls von ihm gestifteten Rennen um die „Coppa Florio“. Dieses wird 1921 im Rahmen des Grand Prix in Brescia im September ausgetragen. 

Der Erfolg des mit der Vierradbremse ausgerüsteten Mercedes 28/95 PS Sport ist ein Beispiel dafür, wie der Rennsport einer neuen Technologie im Automobil den Weg bereitet: Ab Juni 1921 wird der 28/95 PS Sport ins reguläre Verkaufsprogramm aufgenommen. Die Erfolge bei der Targa Florio und bei weiteren Rennen sind eine starke Werbung für das Modell. So schaltet der Wiener Automobilhändler Mercedes Auto-Palast unter der Überschrift „Sieben Starts – Sieben Siege!“ eine ganzseitige Anzeige in der österreichischen „Allgemeinen Automobil-Zeitung“ vom 6. November 1921 und verkündet: „Type 28/95 PS Sechszylinder 1921 ist hier eingetroffen!“ 

Ab 1923 stattet die DMG auch die Serienausführung ihres damaligen sportlichen Topmodells 28/95 PS mit dieser sogenannten „Allradbremse“ aus. Mit der Zeit setzt sich die Vierradbremse weltweit im Automobilbau als Standard durch. Der Unterschied zur bislang verbreiteten, nur auf die Hinterachse wirkenden Bremse ist frappierend: So stark verzögern die mit Vierradbremse ausgestatteten Automobile, dass Mitte der 1920er-Jahre in Deutschland sogar über ein entsprechendes Warnzeichen am Heck diskutiert wird, um andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig zu informieren. Darüber berichtet die „Allgemeine Automobil-Zeitung“ am 12. September 1925 unter der Überschrift „Achtung Vierradbremse!“. 

Sizilianisches Abenteuer 

Die Targa Florio 1921 gilt als jene Ausgabe des seit 1906 ausgerichteten Straßenrennens, bei der erstmals professionelle Werksmannschaften an den Start gehen. Die DMG schickt zwei Fahrzeuge des Typs 28/95 PS Sport nach Sizilien: Max Sailer, ab 1934 übrigens technischer Direktor sowie stellvertretendes Vorstandsmitglied der damaligen Daimler-Benz AG, fährt den Wagen mit der Startnummer 25, Carlo Ferrario steuert die Nummer 24. Seine Leistungsfähigkeit hat das Fahrzeug bereits am 22. Mai 1921 bewiesen, als Otto Salzer beim Bergrennen Königsaal-Jilowischt bei Prag die beste Zeit aller Klassen erzielt und einen neuen Streckenrekord aufstellt. Doch der Start bei der Targa Florio ist noch einmal eine ganz andere Herausforderung. Das beginnt schon bei der Anreise: Max Sailer bringt seinen Rennwagen auf eigener Achse nach Sizilien – das sind mehr als 1.300 Kilometer Luftlinie und rund 2.000 Kilometer auf der Landstraße. Seinerzeit ist das im Motorsport allerdings durchaus üblich. 

Bei der Targa Florio feiern Mercedes und später Mercedes-Benz auch in späteren Jahren Erfolge: 1922 siegt Graf Giulio Masetti auf einem weiterentwickelten Mercedes 115 PS Grand-Prix-Rennwagen aus dem Jahr 1914, während Max Sailer die Klasse der Tourenwagen über 4,5 Liter Hubraum mit einem Mercedes 28/95 PS gewinnt – diesmal mit Kompressoraufladung versehen. Im Jahr 1924 triumphiert Christian Werner mit einem Mercedes 2-Liter-Rennwagen mit Kompressor, der als eine Art von Tarnanstrich rot lackiert wird – der typischen Farbe italienischer Wettbewerbsfahrzeuge. 1955 schließlich machen Stirling Moss und Peter Collins vor ihren Teamkollegen Juan Manuel Fangio und Karl Kling bei der Targa Florio die Sportwagen-Weltmeisterschaft dieses Jahres mit einem Doppelsieg der Mercedes-Benz 300 SLR Rennsportwagen (W 196 S) perfekt. 

Seriennahe Rennfahrzeuge 

Der Mercedes 28/95 PS Sport ist die Weiterentwicklung eines leistungsfähigen Luxusfahrzeugs, das die Tradition der Mercedes-Benz Kompressorwagen der S-Reihe vorwegnimmt: Paul Daimler konstruiert den Mercedes 28/95 PS vor dem Ersten Weltkrieg und stellt ihn 1914 vor. Er wird von einem 66 kW (90 PS) starken Reihensechszylindermotor mit 7.280 Kubikzentimetern Hubraum, V-förmig hängenden Ventilen und oben liegender Nockenwelle angetrieben. Bis 1915 baut die DMG rund 25 Fahrzeuge. Nach Kriegsende beginnt die Produktion erneut im Jahr 1920. 

Für den Renneinsatz 1921 modifizieren die Ingenieure den Mercedes 28/95 PS so gründlich, dass er nun als eigenes Modell mit dem Zusatz „Sport“ geführt wird. Unter anderem wächst die Motorleistung auf 81 kW (110 PS), während sich der Radstand zugunsten einer verbesserten Wendigkeit um 325 Millimeter auf 3.065 Millimeter verringert. Der Kühler sitzt tiefer und weiter hinten, auch der Fahrersitz ist tiefer angeordnet. Schließlich erhält das Wettbewerbsfahrzeug erstmals bei der DMG die Vierradbremse. Vermutlich noch 1921 beginnt die Weiterentwicklung zum Mercedes 28/95 PS Sport mit Kompressormotor, der 1922 bei der Targa Florio eingesetzt wird. Mit eingeschaltetem mechanischem Lader leistet der Rennwagen nun 107 kW (145 PS) bei 2.000/min. 

Der Mercedes 28/95 PS Sport gehört zur langen Tradition seriennaher Wettbewerbsfahrzeuge in der Markengeschichte von Mercedes-Benz. Zu den herausragenden Beispielen zählen die Kompressor-Tourenwagen der Typen S, SS, SSK und SSKL in den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Marke unter anderem mit dem 300 SL Coupé (W 198), mit Limousinen aus Oberklasse (W 111 und W 112) und oberer Mittelklasse (W 123) sowie den SLC-Coupés (C 107) auf der Rundstrecke und bei Rallyes erfolgreich. 

Meilensteine der Bremstechnik von Mercedes-Benz 

•1921: Vierradbremse erstmals im Mercedes 28/95 PS Sport, der ab Juni 1921 auch im regulären Verkaufsprogramm angeboten wird 

•1931: Hydraulische Bremsanlage erstmals im Mercedes-Benz 170 (W 15) 

•1961: Scheibenbremsen an den Vorderrädern erstmals im Mercedes-Benz 220 SE Coupé (W 111, Februar) und Mercedes-Benz 300 SL Roadster (W 198, März) mit Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrädern 

•1963: Zweikreisbremsanlage erstmals serienmäßig im Mercedes-Benz 230 SL „Pagode“ (W 113, März), ab August 1963 Grundausstattung für alle Mercedes-Benz Personenwagen 

•1970: Mercedes-Benz präsentiert das mit Teldix entwickelte Antiblockiersystem (ABS) der ersten Generation 

•1978: Mercedes-Benz stellt das mit Bosch entwickelte ABS der zweiten Generation vor, die Serieneinführung dieser Weltneuheit erfolgt noch 1978 in der S-Klasse (Baureihe 116) 

•1980: Antiblockiersystem ABS für alle Personenwagentypen von Mercedes-Benz verfügbar 

•1981: Antiblockiersystem ABS für Nutzfahrzeuge vorgestellt 

•1995: neu entwickelter Mercedes-Benz Sprinter als erster Transporter mit serienmäßigen Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrädern sowie ABS 

•1996: Bremsassistent BAS vorgestellt, zunächst als Serienausstattung in S-Klasse und SL 

•1996: neue Schwerlastwagenbaureihe Mercedes-Benz Actros mit Telligent-Bremsanlage mit elektronischer Regelung und Scheibenbremsen rundum 

•2000: Mercedes-Benz CL 55 AMG „F1“ (C 215) als erstes Serienfahrzeug weltweit mit Keramikbremsen 

•2005: Bremssystem ADAPTIVE BRAKE in der S-Klasse der Baureihe 221 

•2009: PRE-SAFE Bremse kann die Folgen eines unvermeidbaren Unfalls mit einer automatischen Vollbremsung mindern 

Mercedes-Benz Pressetext

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190 SL-Revue • Beitrag • Fahrzeuge • Mercedes-Benz 170 (W 15) • Beitrag

Quelle: 190 SL-Revue und Webseite des Veranstalters

Mercedes-Benz 170 (W 15)  • Premiere im Oktober 1931 auf dem Autosalon Paris 

– Beitrag • 190 SL-Revue • 2022 • 1. Quartal –

Beitrag

•Vor 90 Jahren: Das innovative und kompakte Fahrzeug wird zum Erfolgsmodell 

•Einzel radaufhängung vorn und hinten, hydraulische Bremsen, zehn Karosserievarianten 

•Ein früher Vorläufer in der Tradition der Mercedes-Benz C-Klasse

Stuttgart. Ein technisch innovativer, kompakter und preiswerter Personenwagen: Damit begeistert Mercedes-Benz auf dem Pariser Autosalon vom 1. bis 11. Oktober 1931 und damit vor 90 Jahren Fachwelt und Öffentlichkeit. Der neue Mercedes-Benz 170 (W 15) ist der erste in größerer Serie gebaute Personenwagen der Welt mit Einzelradaufhängung und Pendelachse. Er gehört zur Tradition der Mercedes-Benz C-Klasse. Für den Antrieb sorgt der Reihensechszylindermotor M 15 mit 1.692 Kubikzentimetern Hubraum und 23,5 kW (32 PS).

Der neue Typ entwickelt sich umgehend zum Erfolgsmodell. Noch im ersten vollen Produktionsjahr 1932 verkauft die Marke mit dem Stern insgesamt 4.438 Exemplare des Mercedes-Benz 170 – das sind fast 75 Prozent der Gesamtjahresproduktion von 5.996 Personenwagen. Bis 1934 bleibt der 170 der am häufigsten gebaute Personenwagen von Mercedes-Benz. Insgesamt entstehen bis 1936 13.775 Fahrzeuge mit zehn verschiedenen Karosserievarianten sowie Fahrgestellen, als der Mercedes-Benz 170 V (W136) mit Vierzylinder-Reihenmotor die Baureihe W 15 ablöst.

Der lange Weg zum Mercedes-Benz 170

Die Premiere des neuen Mittelklasseautomobils findet fünf Jahre nach der Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) mit Benz & Cie. im Jahr 1926 zur damaligen Daimler-Benz AG statt. Die Zeit seit der Interessengemeinschaft beider Unternehmen 1924 bringt durch Umstrukturierungen einige organisatorische Herausforderungen mit sich. Auch die Entwicklung eines kompakten Personenwagens von hoher technischer Qualität mit einem attraktiven Verkaufspreis ist davon betroffen. Dabei ist der Bedarf nach einem solchen Automobil angesichts des aktuellen Produktprogramms groß.

Bei der DMG gibt es seit 1923 den von Paul Daimler konstruierten Kompressorwagen Mercedes 6/25 PS (später 6/25/40 PS), der jedoch vergleichsweise teuer ist und nur bis 1925 gebaut wird. Benz & Cie. bringt ins gemeinsame Personenwagenprogramm den Mercedes-Benz 10/35 PS ein, eine überarbeitete Variante des beliebten Benz 10/30 PS. Das kompakte Automobil erweist sich aber als nicht mehr konkurrenzfähig, und die Produktion läuft 1927 aus. Auch der unter der Leitung von Ferdinand Porsche entwickelte und 1926 präsentierte Mercedes-Benz 8/38 PS (W 02) mit 2-Liter-Sechszylindermotor – einer der beiden ersten Personenwagen unter dem neuen Markennamen Mercedes-Benz – ist eine eher konservative Konstruktion mit Starrachsen und Halbfedern.

Einstieg in die Fahrzeugklasse unter zwei Litern Hubraum

Die Entwicklung eines kompakten, innovativen Automobils nimmt bei Mercedes-Benz Ende der 1920er-Jahre an Fahrt auf. Ansatzpunkte dafür gibt es schon länger: Schließlich haben die Ingenieure bei Benz in Mannheim das Thema der Einzelradaufhängung mit Schwingachse bereits 1921 aufgegriffen. Die Technik wird von Benz erfolgreich in Rennwagen eingesetzt, jedoch nicht in die Serie übertragen. 1926 beginnt bei Mercedes-Benz zunächst die Arbeit an einem Personenwagen der Baureihe W 01, der kompakter ist als der Mercedes-Benz 8/38 PS und der von einem 1,4-Liter-Sechszylindermotor angetrieben werden soll. 1928 folgt als Baureihe W 14 ein Personenwagen mit 1,3-Liter-Vierzylindermotor (M 14). Beide Fahrzeuge sind konventionelle Konstruktionen mit vorderer und hinterer Starrachse sowie Blattfedern. Sie werden vom Aufsichtsrat abgelehnt.

Vor allem ab 1928 verfolgt die Stuttgarter Marke nachdrücklich die Idee eines kompakten, modernen Fahrzeugs für das Modellprogramm. So heißt es in einem Vorstandsprotokoll Mitte 1928: „Ein guter Kleinwagen zu entsprechendem Preise [würde] für das Verkaufsprogramm außerordentlich zweckmäßig sein.“ Diskutiert werden im Unternehmen damals Typen mit 1,6 oder 1,5 Litern Hubraum. Im Oktober 1928 beschließt der Vorstand, dass der 1,6-Liter-Typ zunächst nicht gebaut wird, sondern die Versuche mit dem Fahrzeug fortgesetzt werden.

Immer wieder taucht das Projekt in den Protokollen des Konzerns auf: Im Juni 1929 beschäftigen sich die Ingenieure mit dem Schnellganggetriebe und der Schwingachse. Aus dem Mai 1930 gibt es eine Notiz darüber, dass der „Schwingachswagen“ zur Serienreife gebracht wird. Ende Juni 1930 schreibt Wilhelm Kissel, Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG von 1926 bis 1942, über die Bedeutung des späteren Mercedes-Benz 170: „Da die Frage des Vorderradantriebs und der Schwingachse schon seit Jahren die ganze Autoindustrie sehr bewegte, konnte es nicht verantwortet werden, an diesen beiden wichtigen Dingen achtlos vorbeizugehen.“ Endgültig beschlossen wird die Produktion des neuen Personenwagentyps mit 2.600 Millimetern Radstand, 1.455 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht und einer für damalige Zeit durchaus respektablen Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h am 1. Juni 1931.

Lob der Fachwelt

Der Mercedes-Benz 170 überzeugt von Anfang an mit seinen Qualitäten hinsichtlich Federungskomfort, Straßenlage (Einzelradaufhängung) und Fahrsicherheit (hydraulische Bremsen und tiefer Schwerpunkt). Das ist in diesem Marktsegment damals keinesfalls selbstverständlich. Und so wird der W 15 trotz seines mit 4.400 Reichsmark nicht günstigen Preises begeistert im Markt aufgenommen. Dazu stellt Vorstandschef Kissel im Rückblick auf das Jahr 1932 fest: „Wir als einzige Firma konnten aber in diesem Jahre gegen das Vorjahr 1931 dank unserer 1,7 Liter Type 1.700 Personenwagen mehr absetzen.

[…] Wir waren gerettet dank der hervorragenden Qualität des Schwingachs-Wagens und dank der Güte des Dieselmotors.“ Nicht nur von den Kunden, sondern auch von den Fachjournalisten wird der 3.940 Millimeter lange (mit Stoßstangen kommt er ganz knapp über die Vier-Meter- Marke) Mercedes-Benz 170 positiv bewertet. Schon im Oktober 1931 resümiert die „Automobil Revue“: „In den allermeisten Fällen [wird] das Urteil des sachverständigen oder sachverständig beratenen Käufers immer zu Gunsten des ‚Kleinen Mercedes‘ ausfallen.“

In der „ADAC Motorwelt“ heißt es in der Ausgabe 40/41 vom 8. Oktober 1931 über den kompakten Personenwagen: „Er kann als einer der fortschrittlichsten Gebrauchswagen der Gegenwart bezeichnet werden und verdient das oft mit Unrecht vergebene Prädikat ‚Spitzenleistung der internationalen Automobilbaukunst‘ mit Recht.“ Und weiter: „Es gibt wohl wenige Wagen, bei welchen Fahrgestell und Karosserie derart zueinanderpassend konstruiert sind wie beim Mercedes- Benz Typ 170.“

„Motor und Sport“ schreibt schließlich in Heft 9/1932: „Bei der Beurteilung der Fahreigenschaften fällt es schwer, nicht in Superlative zu verfallen. Insbesondere kann die Federung als bisher unerreicht bezeichnet werden. Erschütterungen als solche sind überhaupt kaum mehr zu verspüren. […] Die Straßenlage ist sehr gut, und dank des tiefen Schwerpunkts ist auch eine forsche Fahrweise von keinem Risiko begleitet.“

Presse-Information – 27. September 2021

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190 SL-Revue • 2021 • 04 • Mercedes-Benz C 111

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Beitrag

• Biografie des visionären Wankel-Experimentalfahrzeugs und -Rekordwagens 

• Packende Geschichte mit zahlreichen neuen Details auf 432 Seiten 

• Erhältlich ab 27. Oktober 2021 für 69 Euro 

• Auf 111 Exemplare limitierte Sonderausgabe exklusiv im Mercedes-Benz Museumsshop

Stuttgart. Mehr als 50 Jahre nach der Premiere begeistert der Mercedes-Benz C 111 noch immer mit seiner einzigartigen Geschichte. Diese Story zwischen technologischer Vision und ästhetischer Faszination erzählen die Autoren Wolfgang Kalbhenn, Gerhard Heidbrink und Joachim Hack in ihrem Buch „Mercedes-Benz C 111 – Fackelträger, Traumsportwagen und Rekordjäger“, das am 27. Oktober 2021 im Stuttgarter Motorbuch Verlag erscheint. Es ist eine Biografie dieser weltweiten automobilen Ikone, die viele neue Details und Facetten aufgreift. Das Buch ist in deutscher Sprache erhältlich. 

Der Band, dessen Entstehung von Mercedes-Benz Classic umfassend unterstützt wurde, hat 432 Seiten mit 940 Abbildungen und kostet 69 Euro. Exklusiv im Shop des Mercedes-Benz Museums und im Mercedes-Benz Classic Store (www.mercedes-benz-classic-store.com) ist zum gleichen Preis eine von den Autoren signierte und auf 111 Exemplare limitierte, nummerierte Sonderedition erhältlich. In der Dauerausstellung des Museums sind zwei der insgesamt 13 existierenden C 111 ausgestellt. Alle Exemplare gehören zur Fahrzeugsammlung von Mercedes-Benz Classic. 

Faszination C 111 bis heute 

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main vom 11. bis 21. September 1969 zeigt Mercedes-Benz den C 111 erstmals der Öffentlichkeit. Das Experimentalfahrzeug schlägt neue Wege ein, unter anderem mit Wankelmotor, futuristischer Formgebung und dem Einsatz innovativer Werkstoffe. So wird der C 111 (der intern unter der Baureihenbezeichnung C 101 geführt wird) zum Symbol des Pioniergeists der Marke Mercedes-Benz und des Fortschrittswillens der Mitarbeiter. Die Begeisterung in der Öffentlichkeit ist enorm – auch das neue Buch greift beispielsweise die Geschichte der Blankoschecks auf, welche von vermögenden Liebhabern sportlicher Automobile an Mercedes-Benz gesandt werden. 

Die Biografie des C 111 beginnt natürlich deutlich vor der Messepremiere 1969. Nach ersten Überlegungen zu einem neuen Hochleistungssportwagen als Nachfolger des 300 SL (W 198) in den 1950er-Jahren beginnt die direkt zum C 111 führende Entwicklung Mitte der 1960er-Jahre, als erste Mittelmotorsportwagen bei Mercedes-Benz konzipiert werden. Die Autoren beleuchten in ihrem Buch diese komplexe Vorgeschichte, inklusive der packenden Historie des damals als vielversprechender Automobilantrieb eingeschätzten Wankelmotors. 

Vom Experimentalfahrzeug zum Rekordwagen 

Nach der Messepräsentation des C 111 mit Dreischeiben-Wankelmotor im Jahr 1969 folgt auf dem Genfer Auto-Salon 1970 die Vorstellung des C 111-II mit Vierscheiben-Wankelmotor und weiterentwickeltem Design. Diese Version des Experimentalfahrzeugs weckt noch größere Begehrlichkeiten bei Sportwagenliebhabern. Aber die Serienfertigung des C 111 wird nach langen und kontrovers geführten, unternehmensinternen Diskussionen am Ende nie aufgenommen, obwohl sogar noch eine ganz neue Variante mit Kunststoffbodengruppe entwickelt wird. 

All dies beschreibt das Buch mit sämtlichen Hintergründen – ebenso wie die darauffolgende, 1975 beginnende Geschichte: die Entwicklung einer ganzen Familie von erfolgreichen Rekordwagen. Dazu gehören der C 111-II D aus dem Jahr 1976 und der C 111-III von 1977/78 (beide mit Fünfzylinder-Dieselmotor) sowie schließlich der C 111-IV von 1979 mit V8-Ottomotor und Turboaufladung. Als weitere Rekordwagenvariante wird zwar 1979/80 noch der C 111-V entwickelt, am Ende jedoch nicht fertiggestellt. 

Auch danach lebt die Strahlkraft des C 111 fort – beispielsweise im Bereich „Faszination Technik“ des Mercedes-Benz Museums mit dem dortigen Originalfahrzeug und seit 2014 auch wieder auf der Straße. Denn 2013 fasst Mercedes-Benz Classic den Entschluss, einen C 111-II erneut fahrbereit zu machen. Um den Erhalt der wenigen vorhandenen Wankelmotoren nicht zu gefährden, fällt die Wahl auf ein Fahrzeug, das bereits bei seiner Indienststellung Ende 1970 einen 3,5-Liter-V8-Motor erhalten hatte. 2014 erlebt dieser Wagen bei der „Silvretta Classic Rallye Montafon“ seine zweite Premiere. Im Buch wird diese Rückkehr ebenso thematisiert wie die große Sonderausstellung des Mercedes-Benz Museums zum Thema C 111 im Jahr 2015. 

Geschichte und Geschichten 

Emotionale Auseinandersetzungen über das Design, weitsichtiger Einsatz neuer digitaler Verfahren für die Fahrzeugentwicklung und vieles andere mehr: Historische Archivquellen und Zeitzeugen haben den Autoren einen ausgesprochen lebendigen Einblick in die vielfältigen Aspekte der Geschichte des C 111 gegeben. Davon profitiert das Buch, weil es keine nüchterne Dokumentation geworden ist, sondern die Geschichte des Fahrzeugs anhand spannender Geschichten mit zahlreichen Originalzitaten erzählt. 

Die eindrucksvolle Breite und Tiefe der Darstellung ist das Ergebnis intensiver Arbeit seit 2017. Vor allem umfangreiche Recherchen in den Archiven und in der Fahrzeugsammlung von Mercedes-Benz Classic sowie intensive Gespräche mit Zeitzeugen haben die umfassende Darstellung möglich gemacht. So finden sich in dem neuen Standardwerk zahlreiche bisher nicht bekannte Details. 

Zu den Autoren: Wolfgang Kalbhenn, ehemaliger Mitarbeiter im Motorenversuch von Mercedes-Benz, erfindet 1972 das patentierte Stufensaugrohr zur Optimierung des Wankelmotors und hat 2017 die Idee zu dem Buch. Gerhard Heidbrink, langjähriger Mitarbeiter der Archive von Mercedes-Benz Classic, bringt die tiefe historische Kenntnis um relevante Quellen, Fakten und Zusammenhänge sowie deren adäquate Aufbereitung ein. Joachim Hack schreibt nicht nur den einleitenden Überblick zur Technikgeschichte des Wankelmotors, sondern begleitet das gesamte Projekt auch als professioneller Lektor. 

Anfragen per E-Mail an classic@daimler.com oder online unter www.mercedes-benz.com/classic

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190 SL-Revue • Fahrzeuge • ESSEX Super Six

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Interessanter Vorkriegsoldtimer – der ESSEX Super Six

– Beitrag • 190 SL-Revue • 2021 • 4. Quartal –

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Schon bei unserem sehr schönen Oldtimertreffen in Winsen an der Aller und eine Woche später beim ADAC Oldtimertag, fiel wir dieser exzellent restaurierte ESSEX Super Six aus dem Jahr 1929 auf. Sogenannte „Vorkriegsoldtimer“ werden heutzutage viel seltener zu Oldtimertreffen ausgeführt und zählen zu den Raritäten einer jeden Veranstaltung.

Dieser ESSEX, der zu der eher bekannten Autofirma HUDSON gehört, ist innerhalb von 3 Jahren von Jens Dühlmeier restauriert worden. Ich kam mit dem Besitzer, der nicht sehr weit von mir entfernt wohnt, beim ADAC Oldtimertag ins Gespräch und konnte mir den Wagen im Detail genau ansehen. Doch nun zur Geschichte der Firma ESSEX. 

Ursprünglich war der Essex ein Produkt der Essex Motor Company, die allerdings zu 100 % dem Automobilhersteller Hudson gehörte. Die Essex Motor Company mietete die Studebaker-Fabrik in Detroit zur Herstellung ihrer Autos an. 1922 löste man diese Firma auf und machte den Essex offiziell zu dem, was er eigentlich immer schon war: Ein Produkt von Hudson. 

Die Autos der Marke Essex waren als eher niedrigpreisige Fahrzeuge entworfen, die für eine durchschnittliche Familie erschwinglich waren. Sie waren sehr zuverlässig; ihre Fähigkeiten wurde von AAA (American Automobil Association) getestet und für gut befunden, ebenso wie den Postbetrieben der Vereinigten Staaten. 

Zuerst bot Essex eine Reihe von Tourenwagen – die damals üblichste Bauform für einen Pkw – an. 1920 kam eine geschlossene Limousine dazu und 1922 wurde ein geschlossener Transportwagen eingeführt, der 1495 US-Dollar – nur 300 Dollar mehr als der Tourenwagen – kostete. Schon 1925 lag der Preis des Transportwagens unter dem des Tourenwagens. Während man Henry Ford die Erfindung des erschwinglichen Pkw zuschreibt, hat Essex den geschlossenen Wagen erschwinglich gemacht. 

Die Verkaufszahlen von Essex konnten sich in den 1920er-Jahren und noch bis 1931 sehen lassen und fielen erst dann ab. 1932 präsentierte man einen neu gestalteten Essex unter der Bezeichnung Essex-Terraplane (ein Wortspiel mit “Flugzeug” (engl. “aeroplane”)). 1933 ließ man den Namen Essex fallen und der Wagen hieß nur noch Terraplane. 

Bis 1923 hatten die Fahrzeuge einen Vierzylindermotor, der mit 55 PS angegeben war. Darauf folgte ein Sechszylindermotor, für den zunächst keine Leistung angegeben war. Für 1929 sind 55 PS genannt, dann 58 PS, 60 PS und 70 PS im letzten Modelljahr 1932. 

1919 wurde das Vierzylindermodell Series A genannt. 1920 gab es Series 5 A, Series 6 A und Series 7 A. Die Sechszylindermodelle erhielten 1927 und 1928 die Bezeichnung Super Six, 1929 The Challenger, 1930 Challenger und 1931 wieder Super Six. 1932 gab es mit Series E und Series EC zwei Ausführungen. 

Dieser wunderschöne ESSEX Super Six verfügt über einen 2,6 Liter großen Motor mit ca. 58 Pferdestärken. Ich wünsche Herrn Dühlmeier noch viele schöne Ausfahrten mit seinem toprestaurierten Klassiker. 

Frank Erbeck 

Quelle Wikipedia 

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190 SL-Revue • Beitrag • Parlamentskreis Automobiles Kulturgut • 2021

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Beitrag

Die Kultur ist ja fast überall im übertragenen Sinn unter die Räder gekommen in diesen Zeiten ohne Veranstaltungen. 

Mit unserem Kulturgut auf Rädern haben wir nun beim „Frühlingserwachen“ die Chance, zu den ersten Mitbürgern zu gehören, die Kulturgut nicht nur pflegen, sondern auch dem Publikum wieder zeigen zu können.

Als ich bei herrlichem Sonnenschein schon im Februar offen den SL ausführte war mit sowohl Aufmerksamkeit wie auch Begeisterung von Passanten sicher. 

Selten habe ich so viel „Daumen hoch“ Reaktionen und Sympathiebekundungen am Straßenrand erlebt, wie bei diesem ersten „Ausritt“ nach der Winterpause. 

Auch andere Oldies waren unterwegs, wie zum Beispiel Käfer 1303 Cabriolet, natürlich offen, Porsche 911, 924 und 944, ein früher MX5 und von der Marke mit dem guten Stern W 107,W 123, W 124 als Kombi und W 126 als Limousine. 

Modelle aus den 50er Jahren oder gar älter waren außer mir keine unterwegs, auch nicht der dunkelblaue Ford A, den ich sonst bei fast jeder Schönwettertour treffe. 

An meiner Oldtimer-Stammtankstelle wurde ich freudig begrüßt. Man hatte mich schon vermisst, bei 110 Litern Super plus lohnt doch das Öffnen der Kasse wenigstens. 

Nachdem auch der Bleiersatzanteil entsprechend abgepumpt war, hinterließ ich auch hier nur zufriedene Gesichter. 

Stellt sich die Frage, ob man in diesen Zeiten von Grünen-wie Thunberg-Schelte von alten Autos schwärmen darf, die mehr Sprit verbrauchen wie die Schickeria Champagner schlucken kann. 

Ich meine ja, denn sie werden im Jahr meist maximal 500-1.000 km bewegt und jeder Kreuzfahrtdampfer stößt wahrscheinlich schon allein beim Hupen mehr Kleinstpartikel in die Luft. 

Mit Feinstaub habe ich sowieso nichts am Hut, was der 300 SL aus dem Auspuff hustet, sieht eher aus wie schwarze, geviertelte Brühwürfel. 

Somit ist die Gefahr des Einatmens gering, und ich achte beim Einparken auch immer darauf, nicht mit dem Endrohr vor der „noch“ weißen Wand des Lieblingsnachbarn zu stehen. 

Im Parlamentskreis Kulturgut Automobil im Bundestag weisen wir jedes Mal gegenüber den Pressevertretern darauf hin, dass dies Kulturgut auf der Straße bewegt werden muss und nicht in Museen verstauben soll. 

Womit wir wieder bei der Kernaussage und dem Titel dieses Artikels angelangt wären. 

In diesem Sinne noch eine schöne Fahrsaison wünscht Euch 

Wilfried Steer 

P.S. Alle Parteien-CDU, SPD, Linke, FDP und AfD zählen Oldtimer zu den schützenswerten Kulturgütern, nur die Grünen bezogen auf Anfrage des AvD eine klare Antiposition. 

Diese lautet: „Oldtimer sind Liebhaberei und haben keinen Anspruch auf einen besonderen Schutzstatus.“ 

Ich denke, damit hat sich diese Partei für uns endgültig aus der Reihe der wählbaren Gruppierungen, Gott sei Dank noch vor der Bundestagswahl, verabschiedet.

Frank Erbeck

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190 SL-Revue • 2021 • 04 • Mercedes-Benz 300 S 

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• Vor 70 Jahren: Mit diesem Fahrzeug erobert Mercedes-Benz erneut „einen der allerhöchsten Ränge, die der internationale Automobilbau zu vergeben hat“ 

• Der 300 S ist der Star auf dem Autosalon Paris (4. bis 14. Oktober 1951) 

• Begehrtes Fahrzeug damals wie heute – und hochexklusiv 

• Aktuelle Expertise von Mercedes-Benz Classic für die originalen Messefahrzeuge von 1951

Stuttgart. Der Mercedes-Benz 300 S (W 188) ist der Star am Messestand von Mercedes-Benz auf dem Autosalon Paris vom 4. bis 14. Oktober 1951. Damit übertrifft die Stuttgarter Marke jene hohe Messlatte, die sie mit der Repräsentationslimousine Mercedes-Benz 300 (W 186) erst im April desselben Jahres gelegt hat: Die Verkaufsbroschüre beschreibt den Typ 300 als einen „Wagen, der einen Traum verwirklicht“. Doch beim automobilen Herbstereignis in Paris präsentiert die Marke mit den zweitürigen Varianten nun luxuriös-sportliche Fahrzeuge, die erst recht zum Träumen einladen. 

Den 300 S gibt es als Cabriolet A, Coupé und Roadster. Alle drei Varianten haben ein Design zum Träumen: Es kombiniert Eleganz mit Sportlichkeit, zum Ausdruck gebracht beispielsweise durch die lang gestreckte Motorhaube, die vergleichsweise niedrige Dachlinie und eine fließende Heckgestaltung. Gebaut wird der 300 S im Sonderwagenbau im Werk Sindelfingen und damit in Manufakturfertigung. Im Interieur sind beste Materialien fein verarbeitet – duftendes Leder, edles Holz, glänzendes Metall. Das Ergebnis ist nicht allein ein höchst erlesenes Automobil, sondern in jedem Fall auch ein Einzelstück. Denn wie bereits vor dem Zweiten Weltkrieg erfüllt der Sonderwagenbau nahezu jeden Wunsch der solventen Kundschaft. So gibt es praktisch keine zwei identischen 300 S. Und zugleich bedeutet das: Wer mit einem 300 S auf den Straßen dieser Welt unterwegs ist, fährt in den höchsten Sphären der exklusiven Automobilität. 

Das Unternehmen ist sich der Bedeutung des neuen Typs vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte luxuriöser und sportlicher Automobile bewusst: „Die Daimler-Benz-Aktiengesellschaft hat stets den Fahrzeugen der internationalen Sonderklasse besondere Beachtung und Sorge zugewandt. Für den Kreis der Liebhaber dieser Fahrzeuge, die erhöhte Ansprüche an Eleganz, Komfort, Rasse, Geschwindigkeit und Straßenlage stellen, ist der Typ 300 S geschaffen worden“, heißt es in der Broschüre zum 300 S aus dem Jahr 1951. 

2021: aktuelle Mercedes-Benz Classic Expertise für die beiden originalen Messefahrzeuge 

Von den drei Karosserieausführungen ist auf dem Messestand in Paris das Cabriolet A zu sehen. Ein Coupé befindet sich ebenfalls in Paris, es wird als exklusiver Vorführwagen und somit auf den Boulevards der französischen Hauptstadt eingesetzt. Der Roadster, der das faszinierende Angebot komplett macht, wird 1951 auf dem Autosalon noch nicht gezeigt. 

Im Jahr 2021 spielen die beiden Messefahrzeuge von vor 70 Jahren erneut eine besondere Rolle bei Mercedes-Benz Classic: Sie gehören zu gleich drei 300 S, deren Besitzer Herstellerexpertisen in Auftrag geben. Solche Mercedes-Benz Classic Expertisen richten sich vor allem an Eigentümer sehr hochwertiger Personenwagen aus der kompletten Markengeschichte. Sie sind vom Markt anerkannte Dokumente mit einzigartiger Aussagekraft über Originalität und Authentizität. 

Ein Sammler kommt mit zwei der seltenen Automobile auf Mercedes-Benz Classic zu. Die Fachleute tauchen tief in die Fahrzeuge und ihre individuellen Historien ein. Und sie bestätigen nach akribischer Bestandsaufnahme von technischen Komponenten sowie mithilfe von Unterlagen aus den unternehmenseigenen Archiven und einer umfangreichen Fotorecherche zweifelsfrei: Der Sammler hat ein außergewöhnliches Pärchen, denn es handelt sich um genau die beiden 300 S, die 1951 in Paris die Weltpremiere bestreiten – das Cabriolet A vom Messestand und das Coupé, das damals als exklusiver Vorführwagen eingesetzt wird. Beides sind Vorserienfahrzeuge des 300 S und genießen somit unter den ohnehin bereits raren Stücken einen noch einmal herausragenden Status. 

Das dritte Fahrzeug, das einem weiteren Sammler gehört, ist kaum weniger exklusiv: Bei diesem 300 S Cabriolet A handelt es sich ebenfalls um ein Vorserienfahrzeug, wie die Experten von Mercedes-Benz Classic bestätigen. Es ist das Fahrzeug, das Mercedes-Benz auf dem Autosalon Genf im März 1952 präsentiert. 

Erneuter Glanz für die Marke 

Die Geschichte des 300 S beginnt vier Jahre vor seiner Weltpremiere: „Ein Fahrzeug, das den Namen Mercedes-Benz wieder vergoldet“, fordert Dr. Wilhelm Haspel, Generaldirektor der Daimler-Benz AG, in einer Sitzung im Dezember 1947. Wie mutig: Der Zweite Weltkrieg ist erst zwei Jahre vorbei. Trümmerfelder sind nach wie vor in vielen Städten zu sehen, Institutionen und Betriebe kämpfen mit Material- und Fachkräftemangel, Sorgen bestimmen den Alltag vieler Menschen. 

Zugleich gibt es meist nur einen Blick: in Richtung Normalität und nach vorn. Dorthin blickt der Generaldirektor mit seiner Forderung, und für Mercedes-Benz ist es die Position an der Spitze des internationalen Automobilbaus. Zur Einordnung von Haspels Weitsicht außerdem: 1947 produziert Mercedes-Benz ausschließlich den noch auf einer Vorkriegskonstruktion basierenden 170 V (W 136), und das auch nur in recht kleiner Stückzahl und mit einfacher Ausstattung. Doch der Vorstand handelt Ende des Jahres 1947 entsprechend vorausschauend: Er stellt die Weichen in Richtung der Spitzenmodelle 300 und 300 S, die im Jahr 1951 präsentiert werden. Die Typen sind tatsächlich überaus strahlende Glanzlichter: hochexklusiv, überzeugend mit ihrem Komfort, ihrem Design und ihrer Technik. 

Den Mercedes-Benz 300 S machen diese Eigenschaften übrigens nicht nur damals begehrenswert. Er ist auch heute ein gesuchtes Liebhabermodell. Und ein seltenes noch dazu: Vom 300 S werden bis August 1955 inklusive der Vorserienfahrzeuge lediglich 560 Stück gebaut (216 Coupés, 203 Cabriolets A und 141 Roadster). Vom folgenden 300 Sc mit Einspritzmotor sind es noch einmal 200 Fahrzeuge (98 Coupés, 49 Cabriolets A und 53 Roadster). Insgesamt entstehen also gerade einmal 760 exklusive Zweitürer. Zum Vergleich: Vom ebenfalls in Sammlerkreisen sehr beliebten 300 SL werden von 1954 bis 1957 genau 1.400 Coupés und dann bis 1963 noch einmal 1.858 Roadster produziert. 

Positionierung in der höchsten Liga 

Und auch der Verkaufspreis charakterisiert die Positionierung des 300 S an der Spitze des Markts. Er ist 1951 das teuerste Auto deutscher Produktion, kostet 34.500 DM und damit über 10.000 DM mehr als die Limousine Mercedes-Benz 300. Die Serienausstattung ist bemerkenswert komplett und schließt folgende Umfänge ein: Heizung mit Gebläse rechts und links, Blinklichtanlage, zwei Nebelscheinwerfer, Rückfahrleuchte, gepolsterte und klappbare Notsitzbank sowie je ein Schrank- und Wäschekoffer. Der 300 S bleibt das mit Abstand kostspieligste Fahrzeug auch beim Erscheinen des 300 SL Coupés (W 198) im Jahr 1954: Dieser steht mit 29.000 DM in der Preisliste. Ähnlich sieht es auch 1957 aus: Der 300 Sc hat 1957 einen Preis von 36.500 DM. Der im gleichen Jahr erscheinende 300 SL Roadster kostet 32.500 DM – ist also um 4.000 DM günstiger. 

Ein weiterer Vergleich: Im Zeichen des Sterns ist man zu diesem Zeitpunkt mit einem Mercedes-Benz 180 „Ponton“ (W 120) für 8.700 DM bereits sehr angenehm unterwegs. Das Gros der Menschen träumt Mitte der 1950er-Jahre freilich noch von einem eigenen Auto und wäre in Deutschland beispielsweise mit einem Lloyd 400 für 3.350 DM, einem Volkswagen „Käfer“ für 3.750 DM oder einem BMW 600 für 3.985 DM schon mehr als zufrieden. 

Exzellente Tradition 

In welcher Liga der 300 S spielt, macht auch ein Schreiben an alle Niederlassungen vom 4. Oktober 1951 zum Autosalon Paris deutlich: „Dieses Fahrzeug ist berufen, die Tradition unserer ehemaligen SS und 5,4 Ltr. Kompressor-Fahrzeuge zu übernehmen als besonders repräsentativer Wagen mit sportlicher Note und für allerhöchste Ansprüche an Straßenlage und Geschwindigkeit. Die internationale Presse bestätigt uns bereits, dass dieses Fahrzeug besonders formschön gelungen und eine glückliche Synthese zwischen den von uns gewohnten Formen für sportliche Fahrzeuge und heutigem Formgefühl gefunden worden sei.“ 

Exakt so wird das Fahrzeug auch aufgenommen. Der König von Griechenland, Henry Ford II., Bing Crosby, Gary Cooper: Diese und zahlreiche weitere gekrönte Häupter, Wirtschaftsgrößen und Unterhaltungsstars nennen einen 300 S ihr Eigen. Ein konkretes Beispiel zur „Erbfolge“ der Fahrzeuge ist auch Dr. Ignacio Barraquer, eine international tätige Kapazität der Augenheilkunde: 1938 kauft er einen 540 K Autobahn-Kurier (W 29), eine überaus rare Karosserievariante. Als Nachfolgefahrzeug wählt er 1953 einen 300 S. 

Sowohl 540 K wie auch 300 S hat Hermann Ahrens gestaltet. Dieser zeichnet von den 1930er- bis 1950er-Jahren für das Design zahlreicher Mercedes-Benz Automobile verantwortlich, sowohl von Personenwagen wie Nutzfahrzeugen. Er ist kein reiner „Stilist“, wie Designer damals bezeichnet werden, sondern auch Karosseriekonstrukteur. Somit vermag er auch technische Zusammenhänge einzuschätzen. 

Modellhistorie Mercedes-Benz 300 S und 300 Sc 

Die technische Entwicklung erfolgt unter der Ägide des Entwicklungschefs Prof. Fritz Nallinger. Der 300 S basiert weitgehend auf dem Typ 300, ist allerdings auf einem Fahrgestell mit 150 Millimeter kürzerem Radstand aufgebaut. Der Dreilitermotor trägt aufgrund vielfältiger Änderungen gegenüber dem Aggregat in der Limousine die Bezeichnung M 188. In der Limousine leistet er mit zwei Vergasern 85 kW (115 PS) bei 4.600/min. Im 300 S wächst die Leistung mit höherer Verdichtung, einer „schärferen“ Nockenwelle und drei Vergasern auf 110 kW (150 PS) bei 5.000/min. Das auf 230 Newtonmeter gestiegene Drehmoment liegt bei 3.800/min anstatt der 196 Newtonmeter im Typ 300 bei 2.500/min. Der sehr beträchtliche Aufwand lohnt sich: Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 175 km/h. 

Die Serienproduktion der drei Varianten läuft zwischen Juni und September 1952 an. Notiz am Rande: In der Entwicklung wird der 300 S zunächst mit der Baureihennummer W 186/3 oder auch der Bezeichnung W 186 Sport geführt. Erst später erhält der Zweitürer die interne Bezeichnung W 188. Im September 1955 stellt die Marke auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main zusammen mit der Limousine 300 c auch die modellgepflegte Version des exklusiven Zweitürers vor, den 300 Sc. Die wichtigsten Änderungen betreffen die Hinterachse und den Motor. So haben die Fahrzeuge jetzt eine Eingelenk-Pendelachse mit tief liegendem Drehpunkt. Der Motor bekommt eine Trockensumpfschmierung, und die Gemischbildung erfolgt nicht mehr über drei Vergaser, sondern stattdessen per Direkteinspritzung. Bei gleichzeitig erhöhter Verdichtung steigert das die Motorleistung auf 129 kW (175 PS). 

Auch die Karosserie erfährt Änderungen: Der 300 Sc hat Ausstellscheiben an den Seitenfenstern sowie größere Blinkleuchten vorn und hinten. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind zwei waagerechte, mit Chromstäben verzierte Lüftungsschlitze auf beiden Seiten unterhalb der Motorhaube sowie eine schmale, durchgehende Chromleiste vom vorderen bis zum hinteren Radausschnitt inklusive Schweller. Auf den leistungsstärkeren Motor weist der Chromschriftzug „EINSPRITZMOTOR“ mittig auf der hinteren Stoßstange hin. Die Produktion des 300 Sc läuft im April 1958 aus. 

Die Fachpresse überschlägt sich vor Lob 

Das Fachmagazin „Das Auto Motor und Sport“ schreibt in Heft 21/1951: „In Fortsetzung der Tradition, die einst mit dem 6-Liter-K-Wagen begonnen wurde, über die berühmten S- und SS-Typen führte und zuletzt durch den 540 K repräsentiert wurde, erscheint jetzt anlässlich des Pariser Salons der 300 S als komfortabler Reisesportwagen. Und gerade diese Klassifizierung ist ein besonderes Charakteristikum: Schnelligkeit, Sportlichkeit und Fahrsicherheit in Verbindung mit Komfort, Bequemlichkeit und Solidität.“ 

Die „Motor Revue“ kommt in ihrem Testbericht (Ausgabe 4/1952) zu folgenden Ergebnissen: „Imposant ist schon der äußere Eindruck. Die harmonische Linienführung der breiten, niederen Karosserie atmet Temperament und Rasse, ihr klassischer Mercedes-Stil Vornehmheit und Repräsentation. Die traditionsbetonte Form mag technisch weniger richtig sein als eine moderne Pontonkarosserie, bei einem ausgesprochenen Luxusfahrzeug aber ist diese individualistische Eigenwilligkeit vielleicht gewichtiger als der mögliche Gewinn an Geschwindigkeit und Verbrauch. […] Nicht weniger eindrucksvoll ist die luxuriöse Innenausstattung dieses Wagens, der wahlweise als Cabriolet, Coupé oder Roadster geliefert wird.“ 

Die in Bern erscheinende „Automobil Revue“ eröffnet ihren Testbericht in Ausgabe 54/1952 schon in der Überschrift mit einer klaren Feststellung: „Ein neuer Wagen der Weltelite, der höchste Fahrsicherheit, raffinierten Luxus für zwei Personen und die Eigenschaften des sportlichen Vollbluts in sich vereint.“ Und stellt weiter fest: „Vor allem verkörpert der 300 S eine bisher kaum oder nicht erreichte Synthese zwischen den Anforderungen an einen Tourenwagen und an ein Sportfahrzeug. […] Neben den Fahreigenschaften ist es nicht zum wenigsten die Karosserie und Ausrüstung des 300 S, die lange Fahrten zum reinen Genuss macht .“ Das stets sehr kritische und objektive Fachmagazin nennt auch einen Negativpunkt: „Vereinsamt findet sich auf unserer Wunschliste die noch fehlende Beleuchtung des Handschuhfachs.“ Und schließt den Bericht: „Mit dem Mercedes-Benz 300 S hat sich sein Hersteller wieder einen der allerhöchsten Ränge erobert, die der internationale Automobilbau zu vergeben hat.“ 

Weiteres Recherche- und Multimediamaterial: media.daimler.com/go/classic

Mercedes-Benz Presse-Information 29. Sept. 2021 • Mercedes-Benz 300 S  

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190 SL-Revue • 2021 • 03 • Der seltene „Ponton” Mercedes-Benz 

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Der seltene „Ponton” Mercedes-Benz • Der 219er von Reimund Wendt

– Beitrag • 190 SL-Revue • 2021 • 3. Quartal –

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Eigentlich heißt diese Baureihe offiziell bei Mercedes – Benz W 105 und wurde nur 3 Jahre angeboten. Doch die Kenner der bekannten Pontonmodelle wissen, dass sich dahinter das weniger bekannte Pontonmodel „219“ verbirgt.

Der 219 wurde zusammen mit dem 220 S (W 180 II) von 1956 bis 1959 angeboten. Er war ein Zwitter aus dem Baukastensystem des Unternehmens und als „Sparmodell“ zwischen dem 1050 DM günstigeren Vierzylindertyp 190 und dem 2000 DM teureren 220 S positioniert – eine Rolle, die Mercedes-Benz später noch einmal (1965 bis 1968) dem Modell „230“ (W 110) zuwies. 

Der 219 hat den Motor und Vorderwagen des 220a und ist ab der A-Säule identisch mit dem kleineren Vierzylinder-Modell 190 (W 121). Wegen des kürzeren Fonds war der 219 nicht so gefragt wie der 220 S, der in fast doppelter Stückzahl abgesetzt wurde. Sammler schenken dem W 105 heute dank der geringen Stückzahlen höhere Aufmerksamkeit. Im Dezember 2005 waren in Deutschland beim Kraftfahrt-Bundesamt 89 Fahrzeuge registriert, unberücksichtigt waren dabei Wagen mit 07er-Kennzeichen und Exemplare ohne aktuelle Zulassung. 

Der Motor M 180 II aus dem 220a, der ursprünglich 62,5 kW (85 PS) bei 4800/min. leistete, wurde 1957 durch eine höhere Verdichtung auf 66 kW (90 PS) bei 4800/min. gebracht; er beschleunigt die 1290 kg schwere Limousine von 0 auf 100 km/h in 17 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 148 km/h. 

Eine bemerkenswerte Neuerung war der hydraulische Kupplungsautomat „Hydrak“, der ab August 1957 gegen 450 DM Aufpreis erhältlich war. Das System war von Fichtel & Sachs mit Daimler-Benz gemeinsam entwickelt worden und besteht aus einer hydraulischen Anfahrkupplung in Kombination mit einer mechanischen Trockenkupplung für die Schaltvorgänge. Die vom Unterdruck des Motors betätigte Trockenkupplung wird elektrisch durch Berühren des Schalthebels aktiviert. 

Der„Hydrak wurde in den Vierzylindermodellen nicht angeboten. 

Von 1956 bis 1959 wurden 27.845 Wagen gebaut; davon ca. 16.000 für den Export. Der Preis des 219 lag während der gesamten Bauzeit bei 10.500 DM. Bezogen auf das Jahr 1956 entspricht dies inflationsbereinigt in heutiger Währung 26.200 Euro. Eigentlich ein annehmbarer Preis. 

Ende Juli dieses Jahres hatte ich Gelegenheit bei einem Besuch bei Reimund und Annegret Wendt, ihren gerade fertiggestellten Ponton der Baureihe W 105 begutachten und fahren zu dürfen. 2 lange Jahre haben Reimund und seine Mechaniker diesen wunderschönen 219er restauriert. Besonders die Blecharbeiten und die Anpassung der Kotflügel waren eine echte Herausforderung. Besonderes Glück hatte Reimund mit der Innenausstattung, die weitestgehend gut erhalten geblieben ist und damit konnten auch die originalen grünen Polster im Auto verbleiben.. Dagegen sind die Bakelitausstattungsteile, die im und um das Armaturenbrett verbaut worden sind, als Fehlteile nur noch sehr schwer zu bekommen! Weitestgehend unproblematisch war dagegen die Überholung der Technikkomponenten, die zum Teil bei Fachfirmen, wie der Motor, durchgeführt wurden. Da auch die Stoßdämpfer und alle Gummis am Fahrwerk revidiert worden sind, steht der alte Mercedes, wie ein Jahreswagen vor einen. Die Probefahrt mit diesem „Schätzchen“ hat sehr viel Spaß gemacht und wenn man sich erst einmal wieder mit der Lenkradschaltung vertraut gemacht hat, dann fühlt sich das ganze Auto sehr vertraut an. Das Wetter war gut und so konnte auch das große Faltdach weit geöffnet werden und es kam echtes „Cabrio Feeling“ auf. Besonders die lange Haube mit den runden Kotflügel hat mich sehr begeistert und der große Stern auf der Kühlermaske, zeigte wie den Weg und ich wusste immer, dass ich einen Mercedes-Benz fahre! (Heutzutage weiß man das nicht immer so genau!) Die 90 PS waren noch echte Pferdestärken und wir hatten zu keiner Zeit das Gefühl, auch mit 4 Personen, untermotorisiert zu sein! Im Fond war ausreichend Platz für die Damen und was spricht auch heutzutage dagegen, mit so einem tollen Reisewagen nach Italien zu fahren? 

In der Vergangenheit hatte ich schon öfter Gelegenheit einen 220a, einen 220 S, das Ponton Coupe und das Cabrio fahren zu können. Alles sehr hochwertige Fahrzeuge, die leider einen hohen Restaurierungsaufwand bedeuten und damit entsprechend teuer sind! 

Wir hatten alle viel Spass im 219er und gerne sind wir wieder bei einem weiteren Sonntagsausflug mit geöffnetem Faltdach dabei. 

Frank Erbeck 

Ps: …der erste 220 S Ponton mit dem ich mitfahren durfte, gehörte unserem Clubdrucker Michael Gieseking. Das war im Jahr 1990, anlässlich des Jahrestreffens in Bad Oeynhausen.

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