190 SL-Revue • Beitrag • Mercedes-Benz Oberklassefahrzeuge der Baureihe 116

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Die Mercedes-Benz Oberklassefahrzeuge der Baureihe 116

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2022-04 –

Beitrag • Vorwort

Mercedes-Benz Classic Presse-Information 5. Okt. 2022 

• Im Oktober 1972 präsentiert Mercedes-Benz die Baureihe 116 

• Die Bezeichnung S-Klasse ist seitdem ein internationales Synonym für Spitzenautomobile 

• Die Tradition der Marke in der Ober- und Luxusklasse reicht zurück bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts 

• Mercedes-Benz S-Klasse: Seit vielen Jahren die meistverkaufte Luxuslimousine der Welt 

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190 SL-Revue • Beitrag • Mercedes-Benz Oberklassefahrzeuge der Baureihe 116 • Beitrag

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Mercedes-Benz Oberklassefahrzeuge der Baureihe 116

Beitrag

• Im Oktober 1972 präsentiert Mercedes-Benz die Baureihe 116 

• Die Bezeichnung S-Klasse ist seitdem ein internationales Synonym für Spitzenautomobile 

• Die Tradition der Marke in der Ober- und Luxusklasse reicht zurück bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts 

• Mercedes-Benz S-Klasse: Seit vielen Jahren die meistverkaufte Luxuslimousine der Welt 

Seit 50 Jahren hat die Bezeichnung S-Klasse einen ausgezeichneten Klang und Ruf. Sie steht für automobile Exzellenz bei Komfort, Technologie und Design. Die Baureihe 116 macht den Anfang, Mercedes-Benz stellt sie 1972 zusammen mit dem neuen Namen vor. Seitdem ist die S-Klasse ein internationales Synonym für Automobile der Ober- und Luxusklasse. Die repräsentativen Fahrzeuge von Mercedes-Benz sind auf der ganzen Welt gefragt: Die S-Klasse ist die meistverkaufte Luxuslimousine der Welt. Und die erste S-Klasse hat sich bestens gehalten, denn gut gepflegte Exemplare gehören längst zu beliebten wie gesuchten Klassikern. 

Die Typen 280 S und 280 SE mit Sechszylindermotoren und den 350 SE mit Achtzylindertriebwerk machen den Auftakt. Premierenort ist der 59. Salon de l’Automobile in Paris vom 5. bis 15. Oktober 1972. Die Modellpalette wird in den Folgejahren mehrmals erweitert. 1973 debütiert der 4,5-Liter-Achtzylinder in der S-Klasse im 450 SE und parallel im 450 SEL mit einem um 100 Millimeter verlängerten Radstand. Die zugunsten des Raumgewinns im Fond verlängerte Version steht später auch als 350 SEL und 280 SEL im Verkaufsprogramm. Den Höhepunkt bildet der im Mai 1975 präsentierte 450 SEL 6.9, eine kultivierte Hochleistungslimousine mit vor fünf Jahrzehnten außergewöhnlichen 210 kW (286 PS). 1978 findet sogar der Dieselmotor Einzug in die S-Klasse: Der nur in den USA und Kanada angebotene 300 SD findet auf dem nordamerikanischen Kontinent großen Anklang. 

Lange Tradition bis zu den Anfängen der Marke 

Die Mercedes-Benz S-Klasse steht in einer langen Tradition. Diese reicht zurück bis zu den Anfängen der Marke Mercedes zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Luxus, Komfort und Sicherheit: Fahrzeuge der Ober- und Luxusklasse bilden schon lange vor der 1972 eingeführten offiziellen Bezeichnung S-Klasse den Schwerpunkt des Lieferprogramms der Stuttgarter Marke. Und mit jeder Generation seiner Spitzenautomobile gibt Mercedes-Benz stets überzeugende Antworten auf die Wünsche und Anforderungen der jeweiligen Zeit. 

Das „S“ steht für „Spezial“ oder „Super“ 

Auf dem Deckblatt der Pressemappe zum Autosalon in Paris steht schlicht: „Mercedes-Benz präsentiert: Die neue S-Klasse“. Erstmals vergibt die Marke eine derartige Bezeichnung für ein Segment des Personenwagenprogramms. Das „S“ verwendet Mercedes-Benz nach dem Zweiten Weltkrieg freilich bereits ab 1949: Mit diesem Kürzel für „Spezial“ oder „Super“ beim 1949 vorgestellten Typ 170 S soll das Besondere hervorgehoben werden, begründet Dr. Wilhelm Haspel, damals Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Daimler-Benz AG. Seitdem gibt es viele Modellbezeichnungen mit diesem Buchstaben. Ab 1972 wird die S-Klasse dann zum prägnanten Begriff für eine ganze Modellfamilie. Die E-Klasse als Definition der Mercedes-Benz Automobile der oberen Mittelklasse sowie die C-Klasse als Familienbezeichnung der Kompaktklasse folgen erst im Jahr 1993 mit fast 20 Jahren Abstand. 

Bei der ersten offiziell so genannten S-Klasse ist alles neu 

Die Baureihe 116 ist eine völlig neu entwickelte Fahrzeuggeneration – Design, Karosserie, Motoren und Fahrwerk markieren einen Innovationssprung in der Markengeschichte. Der Radstand wächst gegenüber der Vorgängerbaureihe W 108/109 um 115 Millimeter, die Gesamtlänge dagegen nur um 60 Millimeter, was den Proportionen und natürlich dem Interieur zugutekommt. Die Breite wächst um 55 Millimeter, die Höhe schrumpft um 15 Millimeter. Eine erstmals waagrechte Leuchteinheit und die niedrige Kühlermaske betonen die horizontale Linie. Die Außenluft wird teilweise über Öffnungen unter den mit Gummileisten versehene Stoßstangen zum Kühler geleitet. Einen Fokus legen die Konstrukteure auf das Thema „Sehen und gesehen werden“: So sind die A-Säulen verkleidet, um Wasser von den Seitenscheiben fernzuhalten. Als Sonderausstattung wird eine Scheinwerferreinigungsanlage angeboten. Eine Regenfangrinne leitet über das Dach fließendes Wasser um die Heckscheibe herum in die Trennfuge des Kofferraumdeckels. Die Gläser der Rückleuchten sind gerippt, was deren Verschmutzung vermindert. 

Sicherheitsniveau auf neuem Level 

Großen Wert legt Mercedes-Benz bereits seit den 1950er-Jahren auf eine verbesserte passive Sicherheit. Mit der Karosserie der Baureihe 116 erreicht das Sicherheitsniveau eine neue Stufe. So fällt die berechnete Deformationsfähigkeit, landläufig „Knautschzone“ genannt, deutlich größer aus. Dachpfosten, Türsäulen und Schweller halten auch heftigen Kollisionen stand und tragen ebenfalls zum Schutz der Insassen bei. Die Türscharniere sind verstärkt und die Sicherheitszapfenschlösser optimiert. Der Kraftstofftank befindet sich nicht mehr im Heck, sondern oberhalb der Hinterachse und ist in dieser Position bei Kollisionen gut geschützt. Auch der Innenraum ist im Dienst der Sicherheit neu gestaltet. So hat das Armaturenbrett starke Polsterungen, Schalter sind deformierbar oder versenkt angeordnet, und das Vierspeichenlenkrad ist mit einem Pralltopf und breiter Polsterplatte versehen. Das Prinzip eines entschärften Innenraums wird im Verbund mit der Sicherheitslenksäule seit 1967 in allen Personenwagen der Marke angewendet. 

Eine bahnbrechende Weltneuheit ist das gemeinsam mit Bosch entwickelte und 1978 eingeführte Antiblockiersystem ABS: Es garantiert die uneingeschränkte Lenkfähigkeit des Fahrzeugs selbst bei einer Vollbremsung. So kann dieses um Hindernisse herumgelenkt werden. Dieser wesentliche Beitrag zur aktiven Sicherheit wird zum Standard im Automobilbau. 

Fahrwerk mit Sportwagengenen 

Beim Fahrwerk bestehen technische Parallelen zum Supersportwagen Mercedes-Benz C 111, dem nie in Serie gebauten Forschungsfahrzeug mit Wankelmotor. Die dort erprobte Doppelquerlenker-Vorderachse mit Lenkrollradius Null und einer Bremsnick-Abstützung verbessert die Fahreigenschaften und eliminiert weitgehend eine Empfindlichkeit gegen einseitig ziehende Bremsen. Trotz des gegenüber dem Vorgänger verlängerten Radstands hat die Baureihe 116 einen kleineren Wendekreis. Hinten kommt eine Schräglenkerachse zum Einsatz, die sich für eine gute Straßenlage in den „Strich-Acht“-Typen sowie den SL/SLC der Baureihe 107 bewährt hat. Für den leistungsstärkeren 450 SE/SEL und den 450 SEL 6.9 wird diese Konstruktion zur Koppelachse weiterentwickelt. Eine Anfahrdrehmoment-Abstützung bewirkt bei diesen Modellen, dass sich während des Beschleunigungsvorgangs der Sturz der Hinterräder und der Federweg nicht ändern. 

Motoren mit sechs und acht Zylindern 

Bereits ab Mitte der 1960er-Jahre entsteht eine neue Generation kleinerer V8-Motoren, die konstruktiv dem Motor M 100 aus dem Mercedes-Benz 600 ähneln. Für die Variante mit 3,5 Litern Hubraum und einer Leistung von 147 kW (200 PS) wird die Bezeichnung M 116 gewählt, die 4,5-Liter-Ausführung mit 165 kW (225 PS) heißt M 117. Diese V8-Triebwerke kommen bereits vor Markteinführung der Baureihe 116 in der Vorgängerbaureihe W 108/109, im Coupé/Cabriolet der Baureihe 111 und im SL/SLC der Baureihe 107 zum Einsatz und treiben die Fahrleistungen dieser Typen zu neuen Spitzenwerten. 

Der Reihensechszylinder M 110 hat zwei obenliegende Nockenwellen und 2,8 Liter Hubraum. In der Vergaserausführung leistet er 118 kW (160 PS) und mit Benzineinspritzung 136 kW (185 PS). Das Aggregat debütiert zu Beginn des Jahres 1972 in den „Strich-Acht“-Modellen. Den nur in den USA und Kanada angebotenen 300 SD treibt der Fünfzylinder-Dieselmotor OM 617 A mit drei Litern Hubraum an. Der Motor stammt ebenfalls aus der „Strich-Acht“-Mittelklassebaureihe, ist jedoch mit einem Turbolader versehen. So erreicht er eine Leistung von 85 kW (115 PS). Ein wichtiger Grund für die Entwicklung dieses Motors ist der Flottenverbrauch in den USA, der den Durchschnittsverbrauch aller Pkw-Modelle eines Herstellers bezeichnet. Mit Hilfe des sparsamen Diesels hält Mercedes-Benz die dortigen Gesetzesvorgaben ein. 

Topmodell 450 SEL 6.9 

Als Mercedes-Benz 1975 die Hochleistungslimousine 450 SEL 6.9 präsentiert, gehört sie zu den schnellsten Fahrzeugen überhaupt: Nur ganz wenige Sportwagen erreichen zu jener Zeit ein höheres Tempo. Auf 100 km/h spurtet die stattliche Limousine in 7,4 Sekunden. Als Höchstgeschwindigkeit sind 225 km/h angegeben, doch Fachzeitschriften messen in Tests sogar höhere Werte. Wie beim legendären Vorgänger 300 SEL 6.3 (W 109) stammt der Achtzylinder aus der Repräsentationslimousine Mercedes-Benz 600 (Baureihe W 100). Allerdings ist bei gleichem Hub die Zylinderbohrung von 103 Millimeter auf 107 Millimeter vergrößert. So entsteht für den 450 SEL 6.9 ein Hubraum von 6.834 Kubikzentimetern. Der Motor leistet 210 kW (286 PS) bei 4.250/min und erreicht sein maximales Drehmoment von 550 Nm bei 3.000/min. Bei der Federung beschreitet Mercedes-Benz einen ganz neuen Weg: Nach der Luftdruckfederung des 300 SEL 6.3 erhält der 450 SEL 6.9 eine Hydropneumatik inklusive Niveauregulierung. Die Preisliste Nr. 16 mit Datum vom 28. Januar 1976 nennt 69.930,00 DM als Grundpreis für das Spitzenmodell der Baureihe 116. Zum Vergleich: Das Einstiegsmodell 280 S kostet damals 28.848,90 DM. 

Im September 1979 präsentiert Mercedes-Benz auf der IAA in Frankfurt am Main die Baureihe 126 als nächste Generation der S-Klasse. Doch die Produktion der Baureihe 116 läuft erst im darauffolgenden Jahr aus: Ein 300 SD passiert als letztes von 473.035 Exemplaren der ersten S-Klasse die Endabnahme in Sindelfingen. Immerhin 28.634 300 SD werden hergestellt. Von den Fahrzeugen mit den Achtzylindermotoren M 116/M 117 sind es 156.548 Fahrzeuge. Besonders beliebt in der Käufergunst sind die Sechszylindervarianten mit 280.473 gebauten Fahrzeugen. Eine Sonderstellung nimmt der 450 SEL 6.9 ein, von dem 7.380 Exemplare gebaut werden. 

Die S-Klasse setzt Maßstäbe 

Alle nachfolgenden Generationen der Mercedes-Benz S-Klasse setzen die Tradition automobiler Exzellenz in der Ober- und Luxusklasse mit großem Erfolg fort. Die aktuelle Baureihe 223 ist das meistverkaufte, innovativste und sicherste Fahrzeug ihres Segments. Sie bietet wiederum einzigartige Komfort- und Sicherheitstechnologien. Dazu gehört der als Sonderausstattung verfügbare DRIVE PILOT mit dem derzeit möglichen Höchstmaß an Assistenz und Automatisierung. Oder das intelligente Infotainment-System MBUX, das den Fahrer auf Wunsch mit der Zeit kennenlernt und in seinem Sinne mitdenkt. Das MBUX Augmented Reality Head-up Display in der Windschutzscheibe bringt neueste Anzeigentechnologie direkt ins Blickfeld. DIGITAL LIGHT, die erweiterte Version von ATTENTION ASSIST oder die Hinterachslenkung tragen zur Fahrsicherheit bei. Der S 580 e mit Plug-in-Hybrid-Antrieb bietet bis zu 108 Kilometer elektrische Reichweite (S 580 e Limousine kurz | WLTP: Kraftstoffverbrauch gewichtet kombiniert: 0,9-0,6 l/100 km; Stromverbrauch gewichtet kombiniert: 23,0-20,2 kWh/100 km; CO-Emissionen gewichtet kombiniert: 20-14 g/km). Seit 2014 zeigt zudem die im Produktportfolio oberhalb der S-Klasse positionierte Mercedes-Maybach S-Klasse als Spitzenprodukt in der automobilen Luxusklasse, was in der Automobiltechnik technisch machbar ist. Eines eint alle Ausführungen und Generationen der S-Klasse seit 1972: ihr Markterfolg – sie gehören auf der ganzen Welt zu den begehrtesten Automobilen.

Presseartikel Mercedes-Benz AG

Bilder

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190 SL-Beitrag • Mercedes-Benz 230 Cabriolet D, Typ W 143 • Beitrag

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Mercedes-Benz 230 Cabriolet D, Typ W 143

– Beitrag • 190 SL-Revue • 2022 • 4. Quartal –

Bildquelle: Mercedes-Benz Archiv

Beitrag

Der Typ W 143 wurde mit dem seitengesteuerten Motor M 143 ausgestattet. Für die Reinigung des Motoröls war ein im Hauptstrom befindlicher Spaltfilter, dessen Mechanismus an das Kupplungspedal angeschlossen war, zuständig.

Bei jeder Kupplungsbetätigung säuberte eine Abstreifvorrichtung die Siebe des Filters-einfach und doch genial. 

Unser Modell hier in der Oldtimerwerkstatt von Jürgen Wollny hat noch größtenteils Erstlack und die erste Innenausstattung (Bild 1 bis 4). 

Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4

Auf der Motorhaube zeigte der Lackschichtenmesser man gerade 40μ, und das erste Leder bzw. Holz seht ihr auf Bild 5 und 6. 

Bild 5
Bild 6

Bei dem Wechselgetriebe kam ein von ZF entwickeltes Vierganggetriebe zum Einsatz, bei dem alle Gänge Gleichlaufeinrichtungen besaßen. Damit war der 230 der erste deutsche Personenwagen, der serienmäßig mit einem Vollsynchrongetriebe ausgerüstet wurde. 

Beim viertürigen Cabriolet D, welches für 8.375 Reichsmark angeboten wurde, war die Mittelsäule bei geöffnetem Verdeck einzuklappen (Bild 7). 

Bild 7

Mit Abstand die teuerste Variante war das zweisitzige Cabriolet A mit zwei Behelfssitzen im Heck und 11.675 RM. 

Eine „Rakete“ war der Typ 230 mit einem Gewicht von anderthalb Tonnen wahrscheinlich nicht, wurden die 100 km/h aus dem Stand doch erst nach 38 Sekunden erreicht. 

Ausgeliefert wurde dies Cabriolet D angeblich an die Luftwaffe im Jahr 1938. Die Kriegsnotbeleuchtung auf Bild 8 dann vermutlich später nachgerüstet. 

Bild 8

Der Motor zu sehen auf Bild 9 und 10 verspricht mit 55 PS Nennleistung bei 3600 U/min keine Rekordwerte, was die Höchstgeschwindigkeit von 115 km/h verdeutlicht. 

Bild 9
Bild 10

Man kann sich ungefähr vorstellen, was die Standartenträger vorn rechts und links damals ausfüllte (Bild 11). 

Bild 11

Die Türen öffnen gegenläufig, wie auf Bild 12 schön zu sehen ist und dort im Einstieg findet sich auch die Karosserienummer (Bild 13). Diese lautet: 1361200900/51. 

Bild 12
Bild 13

Beim Typenschild an der Spritzwand im Motorraum (Bild 14) sehen wir die Auftragsnummer 271391 mit Fabriknummer 405403. 

Bild 14

Bis zum kriegsbedingten Serienauslauf 1941 wurden 20290 Exemplare des 230 in allen Ausführungen gebaut-was 1938, unserem Baujahr, für einen Jahresumsatz von 396 Millionen Reichsmark sorgte. 

Auf Bild 15 zeigt sich die überschaubare „Uhrensammlung“ im Armaturenbrett, etwas unüberschaubarer ist der Inhalt des Kofferraumes (Bild 16). 

Bild 15
Bild 16

Während die Verdeckeinheit außen recht traurig daherkommt, ist der Eindruck innen deutlich besser (Bild 17). 

Bild 17

Dies lässt sich vom Einstieg hinten rechts leider kaum behaupten, wie Bild 18 offenbart. 

Bild 18

Als Fazit kann man festhalten, dass der Typ 230 ‚ W143 zu einem der erfolgreichsten Fahrzeuge aus dem Hause Daimler-Benz in den dreißiger Jahren wurde. Sicher auch aufgrund der allein 12 verschiedenen Karosserievarianten, die zur Auswahl standen. 

Wilfried Steer

190 SL-Revue • Beitrag • Fahrzeuge • Mercedes-Benz 170 (W 15)

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Premiere im Oktober 1931 auf dem Autosalon Paris 

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2022-01 –

Beitrag • Vorwort

Presse-Information – 27. September 2021

•Vor 90 Jahren: Das innovative und kompakte Fahrzeug wird zum Erfolgsmodell 

•Einzel radaufhängung vorn und hinten, hydraulische Bremsen, zehn Karosserievarianten 

•Ein früher Vorläufer in der Tradition der Mercedes-Benz C-Klasse

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190 SL-Revue • Beitrag • Die Aufarbeitung einer filmreifen Fahrzeughistorie 

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Die Aufarbeitung einer filmreifen Fahrzeughistorie 

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2022-01 –

Beitrag • Vorwort

Recherche einer unvollständigen Historie

Warum habe ich diesen Artikel geschrieben? Weil ich Jeden dazu ermutigen beziehungsweise begeistern möchte, sich aktiv um die Vervollständigung seiner Fahrzeughistorie zu kümmern. Für mich als detailverliebter Oldtimer-Fan hat jedes Fahrzeug seine Geschichte erlebt. Deshalb habe ich den Anspruch, die ganz eigene Geschichte von meinem SL erzählen zu können.

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190 SL-Revue • Beitrag • Faszination SL – seit 70 Jahren ein Traumwagen

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„Faszination SL – seit 70 Jahren ein Traumwagen“ 

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2022-01 –

Beitrag • Vorwort

Presse-Information – 23. September 2021

• Neun Fahrzeuge auf einer Serpentinenschleife und zahlreiche weitere Exponate 

• Vom ältesten existierenden SL bis zur Gegenwart 

• Die Sonderausstellung läuft vom 22. Oktober 2021 bis 15. Mai 2022

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190 SL-Revue • Beitrag • Frisch vom Restaurator: Rüdigers 190 SL

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Frisch vom Restaurator: Rüdigers 190 SL

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2022-02 –

Beitrag • Text

Da Clubfreund Rüdiger Brüggmann nur 5 km von mir entfernt wohnt, ließ ich mir es natürlich nicht nehmen, der Übergabe seines mittelroten 190 SL beizuwohnen, als dieser von Reimund Wendt gebracht und übergeben wurde.

Dieser 190 SL ist nicht ausschließlich mit Neuteilen restauriert worden, sondern es wurden auch sehr viele gute Originalteile verwendet. Die Originalkarosserie war noch in einem sehr guten Zustand und bildete eine hervorragende Basis. Dazu kommt noch, dass dieser SL noch überwiegend seine „ matching number“ hat, also noch weitestgehend mkmit seinen Originalteilen ausgestattet ist. 

Das Fahrzeug macht einen sehr guten Eindruck und die Technik funktionierte sehr gut. Ein paar Kleinigkeiten sind noch zu beheben und der Rüdiger wird bestimmt einen tollen Sommer mit seinem 190 SL erleben. Auch an Rüdigers Garagentor ist zweifelsfrei zu erkennen, wo der rote 190 SL in Zukunft parkt. 

Lieber Rüdiger, wir wünschen Dir bei deinen Ausfahrten alles Gute und immer eine Handbreit Luft unter der Ölwanne. 

Frank Erbeck 

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190 SL-Revue • Beitrag • Vom Mercedes-Benz 190 SL Club e.V. zur „International 190 SL Group“ 

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Vom Mercedes-Benz 190 SL Club e.V. zur „International 190 SL Group“ 

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2022-03 –

Beitrag • Text

Wenn man sich schon um seinen 190 SL kümmert, dann schaut man auch gern auf die bei Auktionen angebotenen Fahrzeuge und freut sich, wenn diese respektable Verkaufspreise erzielen. 

Bei einigen Plattformen in den USA sind diese Fahrzeuge eine Woche und länger mit vielen Detailbilder dargestellt. Gelegentlich findet man dann auch bis zu 300 und mehr Bilder, die das Restaurierungsergebnis sehr detailliert darstellen. Interessenten können Fragen an den Verkäufer stellen, der diese dann direkt oder unter Beifügen eines Bildes beantwortet. 

Wenn ich diese Diskussionen über die Angebotszeit verfolge, so bin ich gelegentlich beeindruckt von der Detailkenntnis einiger Kommentatoren. Irgendetwas lerne ich auch immer dazu. Die Diskussionsbeiträge oder Fragen an den Verkäufer werden unter einem Pseudonym eingegeben, so daß Details über den Autor in aller Regel nicht bekannt werden. – Es sei denn, die Einzelnen kennen sich mehr oder weniger persönlich. 

So lese ich eines Abends im Oktober des letzten Jahres wieder die Kommentare zu den Bildern eines angebotenen 190 SL. Dabei reicht der Verkäufer ein Bild nach, das seinen Wagen neben anderen 190 SL bei einem Treffen zeigt. Der Kommentar von einem zu einem anderen Fragenden war dann in etwa: „ …..wenn ich damals dazu eingeteilt worden wäre, hätte ich auch Deinen Wagen noch bewerten (Judging) können. Damit war klar, dass beide Diskutanten zu einer Gruppe von 190 SL Liebhabern gehörten. Nun, wer könnte sich hinter dem Pseudonym verstecken?? 

Die amerikanischen 190 SL Liebhaber haben sich zu der auch von Mercedes anerkannten „International 190 SL Group“ zusammengeschlossen. 

Dort hatte ich mir die Bilder von deren Treffen angesehen. Ähnlich wie mit unserem „Schraubertreffen“ hat die 190 SL-Group ein Winterseminar, wo über mehrere Tage in Werkstätten für die zahlreichen Teilnehmer einzelne Baugruppen und Teile sehr detailliert besprochen und auch „geschraubt“ werden. 

Vermutlich waren also die Kommentare von Wissenden aus diesem Club gekommen. Auf der Website durchsuchte ich potentielle Kandidaten aus dem Vorstand der 190 SL Group, deren E-Mail Adresse dort hinterlegt ist. Also auf Verdacht schickte ich eine Mail an John Lewenauer – dem Editor im Vorstand – und „Bingo“: es war einer, der wenige Stunden zuvor einen Beitrag zur Diskussion auf der Versteigerungsplattform hinterlassen hatte. 

In unserem folgenden Austausch von Mails erfuhr ich mehr von der 190 SL Group. Auch das nach Corona-bedingter Unterbrechung die 2020 und 2021 ausgefallene „Convention“ Ende April diesen Jahres nun stattfinden sollte. Er versprach, dass ich eine Menge interessanter Leute dort kennen lernen und es mir gefallen würde. 

Es kamen Bilder von seinem 190 SL, die einen besonders beeindruckenden Motorraum zeigten. Das war für mich natürlich ein Anreiz ihm ein Bild meines Motorraumes zu schicken und ihn um seinen Kommentar dazu zu bitten.

Daraufhin erhielt ich eine beeindruckende Liste von „Abweichungen“ meines Wagens vom Auslieferungs-Standard: 

  • Underside of hood should be black 
  • Only one clamp on HVAC tubes at firewall on heater box end, not at firewall 
  • Heater boxes should be black 
  • Bug screen holders I think are black, but may have been clear zinc like yours at times 
  • Webers 
  • All pipes for heater lines should be black 
  • Almost all fasteners are black, everywhere 
  • Nuts on battery hold downs, not wing nuts 
  • Missing four bumpers on rain gutter at firewall 
  • Incorrect hose clamps on radiator, heater hoses 
  • Only one clamp on valve cover blowby hose 
  • Don’t think there should be a label on brake booster 
  • Original brake bottle cap would have blue center 
  • Front of booster blue where brake switch screws into 
  • No turn signal flasher? 
  • Plug wire harness, valve cover elbow, should be yellow zinc 
  • Hood bumpers on fenders should be grey 
  • Missing ground straps? 

Und das nur aus einem Bild!!! Ich war beeindruckt! Woher kennt jemand, von dem nicht angenommen werden kann, das er selbst bei einer Auslieferung in den 60er Jahren dabei gewesen wäre, in den USA diese Details?? 

Das machte nur noch neugieriger, ich wurde Mitglied bei der „International 190 SL Group“ und begann meine Reise zur „Convention“ in Crystal River, Florida für Ende April 22 zu planen. 

Florida liegt nicht im Zentrum der USA. Also sind eine Reihe von Teilnehmern mit dem Flugzeug angereist oder – viel beeindruckender – sind auf eigner Achse mehrere Tage halb durch die USA gefahren. 

Eine 20 -seitige Broschüre klärte auf 14 Seiten auf, welche Programmpunkte vom Sonntagabend bis zum Donnerstagmittag anstanden. Am Montag wurden alle Fahrzeuge detailliert angesehen und nach den üblichen Show – Kriterien im Punkte-System beurteilt. An den Tagen danach waren sehr interessante Ausfahrten zu nahegelegenen Parks, Tierparks und historischen Sehenswürdigkeiten geplant. 

Am Mittwochabend das traditionelle „Annual Banquet“. Dabei gab es auch eine „Silent Auction“ von gespendeten Ersatzteilen und Büchern. Hier sollte auch erwähnt werden, dass der Club eigene Teile und Werkzeuge entwickelt oder nachgebaut hat (lassen) und diese an die Mitglieder verkauft. Bei der vorgeschriebenen Mitgliederversammlung am Donnerstagvormittag gab es die Würdigung und Ehrung von Veranstaltern und Gewinnern . Als Mitglied mit der weitesten Anreise erhielt ich einen „President’s Award“, der es bis nach Hannover geschafft hat. 

Auf dem Bild fallen die hellblauen Kopfbedeckungen auf: Für jeden gab es mit der Registrierung nicht nur diese mit Club-Logo versehene Baseball Cap sondern auch ein langärmeliges (offen fahren bei intensiver Sonneneinstrahlung) T-Shirt mit dem Logo des Clubs und der Convention. 

Am Donnerstag endete der erste Teil der Convention. Eine Reihe von Teilnehmern fuhren dann auf die Atlantik – Seite von Florida zu einer 4 tägigen Tour („After the Ball“). Diesen Teil habe ich verpassen müssen, da mein Rückflug dem im Wege stand. 

Facit: Es hat sich gelohnt!! Sehr freundliche Clubfreude, von denen viele einen deutschen Hintergrund haben und auch schon in Deutschland waren. Eine interessante Web-Site mit „links“ zu wertvollen Informationen (auch zu den Kriterien für die Bewertung der Fahrzeuge). Eine sehr aufwändige Planung und Durchführung mit spannenden Fahrten zu Stellen, die nicht auf jeder touristischen Landkarte zu finden sind. 

Endlich habe ich dann auch meinen Diskussionskontakt – der mich ursprünglich neugierig gemacht hatte – persönlich kennen lernen dürfen. 

Die Internationalität der „International 190 SL Group“ ergibt sich nach dem Mitgliederverzeichnis auch aus Mitgliedern aus Canada, Australien, Belgien, Dänemark, Ägypten, England, Frankreich, (insgesamt 4 aus) Deutschland, Israel, Italien, Japan, Holland, New Zealand, Norwegen, Polen, Spanien, Schweden der Schweiz und den Vereinigten Emiraten. 

Bei dem Hinweis auf das Jahrestreffen unseres Clubs haben einige Interesse gezeigt – vielleicht haben wir ja dann auch „Internationalen Besuch“. Eine Kopie des Einladungs – Flyers werde ich dem Präsidenten und den Interessierten schicken. 

Wolfgang Eisert

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190 SL-Revue • Beitrag • Eine lange Reise zum 190 SL

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Wie war das eigentlich… ?

Technikfreaks wird es enttäuschen, denn ich fand und finde den SL 190 einfach nur schön. Ich habe ein Faible für schöne Dinge, Architektur, Möbel, Landschaften, und sicher auch Menschen. Natürlich ist schön bekanntlich Geschmacksache, dennoch denke ich beim Thema schönes Auto und schöne Formen bei dem einen oder anderen Leser Zustimmung zu erhalten.

Es muss 2010 gewesen sein, da griff ich auf dem Weg nach Hause – zu der Zeit lebte ich in Peking, China – am Frankfurter Flughafen in einem Zeitschriftenkiosk nach dem ADAC Oldtimer Katalog. 10 Stunden Flugzeit später, in der Zwischenzeit hatte ich den Katalog ausführlich studiert, stand für mich fest: Wenn ein Oldtimer, dann einen offenen Mercedes, und wenn einen offenen Mercedes, dann einen SL 190 – für mich einfach der schönste unter den Oldtimern.

Dieser Gedanke begleitete mich im Ausland noch für weitere Jahre. In der Zwischenzeit durfte ich zumindest ein Modell des Objektes der Begierde mein Eigen nennen, einen cremefarbenen DB50, mit rotem Leder.

2 Jahre später, im Spätsommer 2012, ging es für mich wieder zurück nach Deutschland. Die Möbel, samt meinem Modell schwammen noch auf einem Containerschiff irgendwo auf den Weltmeeren, da erreichte mich ein Anruf eines Langenhagener Freundes. Zu diesem Zeitpunkt, die kommenden 2 Monate lediglich mit einem Koffer Kleidung ausgestattet in einer temporären Bleibe mit Leihmöbeln, hat manch anderer sicher andere Sorgen. Trotzdem kamen wir zum Ende des Telefonates auf das Thema Auto und seinen mittlerweile fertig restaurierten Jaguar E Typ.

Ich bekundete ebenfalls mein Interesse an einem historischen Fahrzeug, wenn ich mich denn wieder eingelebt und eingerichtet hätte, wurde aber prompt gefragt, was ich mir denn diesbezüglich so vorstellen könnte. Ich beantwortete die Frage mit einer fünfstelligen Buchstaben- und Zahlenkombination: SL 190, ehe ich direkt die Antwort erhielt: „Ich weiß wo ein Exemplar steht und ich weiß, dass der Eigentümer diesen unter Umständen verkaufen möchte.“ Völlig unerwartet dauerte das Gespräch dann doch länger:
Ein älterer Herr hatte vor mehr als 10 Jahren angefangen das Fahrzeug von seinem Karosseriemeister herrichten zu lassen und seitdem wartete der Wagen auf die Lackierung und Fertigstellung Die Karosserie stand gefüllert auf Achsen, der Rest im Ursprungszustand, samt Motor, auf Europaletten oder in der Garage verteilt.

Unverhofft kommt oft, und so recherchierte ich spontan im Internet, wer mir bei der Erstbesichtigung hier fachmännisch zur Seite stehen könnte. Ich wählte die Nummer von Frank Erbeck, der spontan zusagte mich zu begleiten, schließlich lag der Standort geographisch fast in seinem Vorgarten.

Vor Ort erfuhren wir dann mehr zur spannenden Historie des Wagens:

Baujahr 1959, ebenfalls DB50 mit rotem Leder DB 1079 (wie mein Modell – welch´ ein Zufall), am 07.10.1959 nach New York verschifft und etwa 20 Jahre später nach Schweden geholt, dort gefahren und Anfang der 90er Jahre zurück nach Deutschland, an den damaligen letzten Eigentümer verkauft. In Niedersachsen vor der Jahrtausendwende von ihm zerlegt und Karosseriearbeiten (mit Polaroids dokumentiert), wie wir heute wissen, fachmännisch erledigen lassen. Seitdem wartete das gute Stück auf die weitere Fertigstellung, leider vergeblich. Emotional an das Auto gebunden, dauerte es fast 13 Jahre, bis die Karosse nebst Einzelteilen den Besitzer wechseln sollte.

Diesem Schritt ging allerdings eine sehr anstrengende Diskussion über den späteren Verkaufspreis voraus. Trotzdem konnten wir uns nach zahlreichen Runden dann Ende 2012 gütig auf einen Betrag verständigen. Damals sicherlich 2.000 EUR zu viel, aus heutigem Gesichtspunkt, ein mehr als akzeptables Investment.

Vorweg: Zwar freue ich mich heute über das Endergebnis und möchte es gar nie wieder hergeben, hätte ich jedoch vorher gewusst, wie viel Zeit, Geld und Logistik in den nachfolgenden Jahren zu investieren sind, hätte ich dieses Projekt mit Sicherheit ausgeschlagen.

Die nächste Frage, die Frank Erbeck und mich beschäftigte war, wer denn nun „machen“ sollte. Gerne wollte ich die Gewerke verschieden vergeben, an „Hidden Champions“, die bisher in der Clublandschaft wenig bis gar nicht präsent sind. Diese Überlegung kam vor allem abgeschreckt von der telefonischen Beratung der „Etablierten“ zustande, mit der wiederholten Aussage: „Ab 100.000 Euro Anzahlung können wir uns das in 4 Monaten ansehen.“

Da im ersten Schritt die vorhandenen Teile zu sichten, zu sortieren und herzurichten waren, entschieden wir uns im Frühjahr 2013 für die Zusammenarbeit mit Björn Ringwelski, ebenfalls in Langenhagen, der den elterlichen Karosserie- und Fahrzeugbaubetrieb bereits vor Jahren von seinem Vater übernommen hatte. Björn arbeitete Teile auf oder vergab Aufgaben wiederum an Kollegen – jeweils Meister ihres Faches –, so dass schnell klar wurde, welche Teile neu zu beschaffen und welche noch in Stand zu setzen waren. Unter anderem ging es darum einige Dinge neu zu verchromen, das Verdeckgestänge komplett aufzuarbeiten und fehlende Teile neu zu besorgen.
Die komplette Motorüberholung erledigte KFZ Hesshaus in Ronnenberg. Kurt und Sohn Marco Hesshaus seit Jahrzehnten auch mit dem Motorenbau für den historischen Alfa Romeo Motorsport erfolgreich, leisteten hier großartiges. Frank Erbeck war nach der Werkstattbesichtigung sichtlich angetan und der spätere Gutachter des Gesamtfahrzeugs, unser Präsident Wilfried Steer, attestierte schriftlich: „Nur selten habe ich eine so ruhig und sauber laufende Maschine in einem SL 190 erlebt“.
Insbesondere waren aber Hauben, Türen, Chrom und andere Anbauteile von Ringwelski einzusetzen, um zu sehen wie gut die Karosseriearbeiten tatsächlich waren. Alles war zu Franks (Erbeck) und Bjoerns (Ringwelski) Zufriedenheit, sodass das Fahrzeug dann nach weiterer Vorbereitung des Untergrunds schließlich durch die Lackiererei Nowitz in Stadthagen innen und außen, dann jedoch in schwarz DB40, vom Chef Nowitz persönlich lackiert werden konnte.

Wie es dazu kam? Ich war in der Zwischenzeit vom ungeklärten Fall der Nitribitt und der Recherche von Norbert Schneider (Revue 01/2005) so beeindruckt, zumindest was die Farbkombination ihres SL 190 anging, dass ich mich für die Kombination meines Exemplars in DB40/DB1079/Verdeck schwarz entschied. Rückblickend und vor allem im Hinblick auf die Empfindlichkeit der Wagenfarbe schwarz, sicherlich schön anzuschauen, nicht aber die beste Entscheidung.

Die rote Innenausstattung, geliefert und montiert durch Uli Wehner aus Hamburg, bereue ich indes nicht. Es ist jedes Mal eine Freude hier Platznehmen zu dürfen.

Zurück in Langenhagen wurde angebracht und zusammengesteckt was möglich war. Dann hatte die mechanische Endmontage samt Elektrik zu erfolgen. Parallel unterstützte Frank Erbeck stets mit der Besorgung noch fehlender Teile, was zunehmend anstrengender und kostspieliger wurde.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2015, 2 Jahre waren vergangen. Die Erfahrung bisher: Die kleinen Unternehmen, jeweils Champions in ihrer Klasse, leisteten hervorragende Arbeit, man musste jedoch mehr Geduld und Zeit, auch in Sachen Logistik mitbringen – im Vergleich zu den etablierten Anbietern, die alles aus einer Hand anboten. Aber dennoch, man trifft wirklich sehr engagierte, zuvorkommende und nette Profis auf dieser teilweisen Odyssee. Ich habe den Schritt, insbesondere was die Zusammenarbeit und Qualität angeht, jedenfalls nie bereut. Meiner Ungeduld geschuldet, hätte es natürlich immer ein wenig schneller gehen können.

Um einige Erfahrungen reicher lernte ich im April 2015 Reimund Wendt (KFZ Wendt, Paderborn) kennen, der für das Finish sorgen sollte und dies auch hervorragend getan hat. Die Chemie stimmt bis heute und auch im „After Care“ ist Reimunds Ansprechbarkeit, Fachwissen und Hilfsbereitschaft unschlagbar. Zusammen mit seinen Mitarbeitern vollendete er das Gesamtkunstwerk, samt TÜV Abnahme und späterem Gutachten.

Was die Ausgaben für die letzten zu besorgenden Teile und Schrauben bis Mitte 2016 angeht, wurde es auf der Zielgeraden leider noch einmal ungemütlich. Selbst für gebrauchte Teile in miserablen Zuständen wurden auf den Börsen schon fast astronomische Preise verlangt, so dass ich froh war, dieses Projekt dann endlich erfolgreich zu Ende gebracht zu haben.

Nach dieser langen Reise zu meinem SL kann ich aus heutiger Sicht jedem Interessenten im Vorfeld nur empfehlen sehr genau zu prüfen, ob ein teilrestauriertes und/oder nicht komplettes Exemplar tatsächlich die (preislich) bessere Wahl ist. Oder ob man mit einer (durch)restaurierten Alternative nicht mittel- bis langfristig wirtschaftlicher fährt und damit zumindest große Überraschungen reduziert werden.

Nach den ersten 600 km bereue ich meine Entscheidung, dieses Wagnis eingegangen zu sein, keinesfalls. Nur hätte ich vielleicht mit meiner Körpergröße von 1,93 m vorher einmal in einem SL 190 Platznehmen sollen. Aber wie war das noch? Wer schön sein fahren will, muss (auf hohem Niveau in diesem Fall) leiden. Und da ist es wieder – schön!

Markus H.

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