190 SL-Revue • Beitrag • Die Aufarbeitung einer filmreifen Fahrzeughistorie 

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Die Aufarbeitung einer filmreifen Fahrzeughistorie 

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2022-01 –

Beitrag • Vorwort

Recherche einer unvollständigen Historie

Warum habe ich diesen Artikel geschrieben? Weil ich Jeden dazu ermutigen beziehungsweise begeistern möchte, sich aktiv um die Vervollständigung seiner Fahrzeughistorie zu kümmern. Für mich als detailverliebter Oldtimer-Fan hat jedes Fahrzeug seine Geschichte erlebt. Deshalb habe ich den Anspruch, die ganz eigene Geschichte von meinem SL erzählen zu können.

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190 SL-Revue • Beitrag • Frisch vom Restaurator: Rüdigers 190 SL

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Frisch vom Restaurator: Rüdigers 190 SL

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2022-02 –

Beitrag • Text

Da Clubfreund Rüdiger Brüggmann nur 5 km von mir entfernt wohnt, ließ ich mir es natürlich nicht nehmen, der Übergabe seines mittelroten 190 SL beizuwohnen, als dieser von Reimund Wendt gebracht und übergeben wurde.

Dieser 190 SL ist nicht ausschließlich mit Neuteilen restauriert worden, sondern es wurden auch sehr viele gute Originalteile verwendet. Die Originalkarosserie war noch in einem sehr guten Zustand und bildete eine hervorragende Basis. Dazu kommt noch, dass dieser SL noch überwiegend seine „ matching number“ hat, also noch weitestgehend mkmit seinen Originalteilen ausgestattet ist. 

Das Fahrzeug macht einen sehr guten Eindruck und die Technik funktionierte sehr gut. Ein paar Kleinigkeiten sind noch zu beheben und der Rüdiger wird bestimmt einen tollen Sommer mit seinem 190 SL erleben. Auch an Rüdigers Garagentor ist zweifelsfrei zu erkennen, wo der rote 190 SL in Zukunft parkt. 

Lieber Rüdiger, wir wünschen Dir bei deinen Ausfahrten alles Gute und immer eine Handbreit Luft unter der Ölwanne. 

Frank Erbeck 

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190 SL-Revue • Beitrag • Vom Mercedes-Benz 190 SL Club e.V. zur „International 190 SL Group“ 

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Vom Mercedes-Benz 190 SL Club e.V. zur „International 190 SL Group“ 

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2022-03 –

Beitrag • Text

Wenn man sich schon um seinen 190 SL kümmert, dann schaut man auch gern auf die bei Auktionen angebotenen Fahrzeuge und freut sich, wenn diese respektable Verkaufspreise erzielen. 

Bei einigen Plattformen in den USA sind diese Fahrzeuge eine Woche und länger mit vielen Detailbilder dargestellt. Gelegentlich findet man dann auch bis zu 300 und mehr Bilder, die das Restaurierungsergebnis sehr detailliert darstellen. Interessenten können Fragen an den Verkäufer stellen, der diese dann direkt oder unter Beifügen eines Bildes beantwortet. 

Wenn ich diese Diskussionen über die Angebotszeit verfolge, so bin ich gelegentlich beeindruckt von der Detailkenntnis einiger Kommentatoren. Irgendetwas lerne ich auch immer dazu. Die Diskussionsbeiträge oder Fragen an den Verkäufer werden unter einem Pseudonym eingegeben, so daß Details über den Autor in aller Regel nicht bekannt werden. – Es sei denn, die Einzelnen kennen sich mehr oder weniger persönlich. 

So lese ich eines Abends im Oktober des letzten Jahres wieder die Kommentare zu den Bildern eines angebotenen 190 SL. Dabei reicht der Verkäufer ein Bild nach, das seinen Wagen neben anderen 190 SL bei einem Treffen zeigt. Der Kommentar von einem zu einem anderen Fragenden war dann in etwa: „ …..wenn ich damals dazu eingeteilt worden wäre, hätte ich auch Deinen Wagen noch bewerten (Judging) können. Damit war klar, dass beide Diskutanten zu einer Gruppe von 190 SL Liebhabern gehörten. Nun, wer könnte sich hinter dem Pseudonym verstecken?? 

Die amerikanischen 190 SL Liebhaber haben sich zu der auch von Mercedes anerkannten „International 190 SL Group“ zusammengeschlossen. 

Dort hatte ich mir die Bilder von deren Treffen angesehen. Ähnlich wie mit unserem „Schraubertreffen“ hat die 190 SL-Group ein Winterseminar, wo über mehrere Tage in Werkstätten für die zahlreichen Teilnehmer einzelne Baugruppen und Teile sehr detailliert besprochen und auch „geschraubt“ werden. 

Vermutlich waren also die Kommentare von Wissenden aus diesem Club gekommen. Auf der Website durchsuchte ich potentielle Kandidaten aus dem Vorstand der 190 SL Group, deren E-Mail Adresse dort hinterlegt ist. Also auf Verdacht schickte ich eine Mail an John Lewenauer – dem Editor im Vorstand – und „Bingo“: es war einer, der wenige Stunden zuvor einen Beitrag zur Diskussion auf der Versteigerungsplattform hinterlassen hatte. 

In unserem folgenden Austausch von Mails erfuhr ich mehr von der 190 SL Group. Auch das nach Corona-bedingter Unterbrechung die 2020 und 2021 ausgefallene „Convention“ Ende April diesen Jahres nun stattfinden sollte. Er versprach, dass ich eine Menge interessanter Leute dort kennen lernen und es mir gefallen würde. 

Es kamen Bilder von seinem 190 SL, die einen besonders beeindruckenden Motorraum zeigten. Das war für mich natürlich ein Anreiz ihm ein Bild meines Motorraumes zu schicken und ihn um seinen Kommentar dazu zu bitten.

Daraufhin erhielt ich eine beeindruckende Liste von „Abweichungen“ meines Wagens vom Auslieferungs-Standard: 

  • Underside of hood should be black 
  • Only one clamp on HVAC tubes at firewall on heater box end, not at firewall 
  • Heater boxes should be black 
  • Bug screen holders I think are black, but may have been clear zinc like yours at times 
  • Webers 
  • All pipes for heater lines should be black 
  • Almost all fasteners are black, everywhere 
  • Nuts on battery hold downs, not wing nuts 
  • Missing four bumpers on rain gutter at firewall 
  • Incorrect hose clamps on radiator, heater hoses 
  • Only one clamp on valve cover blowby hose 
  • Don’t think there should be a label on brake booster 
  • Original brake bottle cap would have blue center 
  • Front of booster blue where brake switch screws into 
  • No turn signal flasher? 
  • Plug wire harness, valve cover elbow, should be yellow zinc 
  • Hood bumpers on fenders should be grey 
  • Missing ground straps? 

Und das nur aus einem Bild!!! Ich war beeindruckt! Woher kennt jemand, von dem nicht angenommen werden kann, das er selbst bei einer Auslieferung in den 60er Jahren dabei gewesen wäre, in den USA diese Details?? 

Das machte nur noch neugieriger, ich wurde Mitglied bei der „International 190 SL Group“ und begann meine Reise zur „Convention“ in Crystal River, Florida für Ende April 22 zu planen. 

Florida liegt nicht im Zentrum der USA. Also sind eine Reihe von Teilnehmern mit dem Flugzeug angereist oder – viel beeindruckender – sind auf eigner Achse mehrere Tage halb durch die USA gefahren. 

Eine 20 -seitige Broschüre klärte auf 14 Seiten auf, welche Programmpunkte vom Sonntagabend bis zum Donnerstagmittag anstanden. Am Montag wurden alle Fahrzeuge detailliert angesehen und nach den üblichen Show – Kriterien im Punkte-System beurteilt. An den Tagen danach waren sehr interessante Ausfahrten zu nahegelegenen Parks, Tierparks und historischen Sehenswürdigkeiten geplant. 

Am Mittwochabend das traditionelle „Annual Banquet“. Dabei gab es auch eine „Silent Auction“ von gespendeten Ersatzteilen und Büchern. Hier sollte auch erwähnt werden, dass der Club eigene Teile und Werkzeuge entwickelt oder nachgebaut hat (lassen) und diese an die Mitglieder verkauft. Bei der vorgeschriebenen Mitgliederversammlung am Donnerstagvormittag gab es die Würdigung und Ehrung von Veranstaltern und Gewinnern . Als Mitglied mit der weitesten Anreise erhielt ich einen „President’s Award“, der es bis nach Hannover geschafft hat. 

Auf dem Bild fallen die hellblauen Kopfbedeckungen auf: Für jeden gab es mit der Registrierung nicht nur diese mit Club-Logo versehene Baseball Cap sondern auch ein langärmeliges (offen fahren bei intensiver Sonneneinstrahlung) T-Shirt mit dem Logo des Clubs und der Convention. 

Am Donnerstag endete der erste Teil der Convention. Eine Reihe von Teilnehmern fuhren dann auf die Atlantik – Seite von Florida zu einer 4 tägigen Tour („After the Ball“). Diesen Teil habe ich verpassen müssen, da mein Rückflug dem im Wege stand. 

Facit: Es hat sich gelohnt!! Sehr freundliche Clubfreude, von denen viele einen deutschen Hintergrund haben und auch schon in Deutschland waren. Eine interessante Web-Site mit „links“ zu wertvollen Informationen (auch zu den Kriterien für die Bewertung der Fahrzeuge). Eine sehr aufwändige Planung und Durchführung mit spannenden Fahrten zu Stellen, die nicht auf jeder touristischen Landkarte zu finden sind. 

Endlich habe ich dann auch meinen Diskussionskontakt – der mich ursprünglich neugierig gemacht hatte – persönlich kennen lernen dürfen. 

Die Internationalität der „International 190 SL Group“ ergibt sich nach dem Mitgliederverzeichnis auch aus Mitgliedern aus Canada, Australien, Belgien, Dänemark, Ägypten, England, Frankreich, (insgesamt 4 aus) Deutschland, Israel, Italien, Japan, Holland, New Zealand, Norwegen, Polen, Spanien, Schweden der Schweiz und den Vereinigten Emiraten. 

Bei dem Hinweis auf das Jahrestreffen unseres Clubs haben einige Interesse gezeigt – vielleicht haben wir ja dann auch „Internationalen Besuch“. Eine Kopie des Einladungs – Flyers werde ich dem Präsidenten und den Interessierten schicken. 

Wolfgang Eisert

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190 SL-Revue • Beitrag • Eine lange Reise zum 190 SL

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Wie war das eigentlich… ?

Technikfreaks wird es enttäuschen, denn ich fand und finde den SL 190 einfach nur schön. Ich habe ein Faible für schöne Dinge, Architektur, Möbel, Landschaften, und sicher auch Menschen. Natürlich ist schön bekanntlich Geschmacksache, dennoch denke ich beim Thema schönes Auto und schöne Formen bei dem einen oder anderen Leser Zustimmung zu erhalten.

Es muss 2010 gewesen sein, da griff ich auf dem Weg nach Hause – zu der Zeit lebte ich in Peking, China – am Frankfurter Flughafen in einem Zeitschriftenkiosk nach dem ADAC Oldtimer Katalog. 10 Stunden Flugzeit später, in der Zwischenzeit hatte ich den Katalog ausführlich studiert, stand für mich fest: Wenn ein Oldtimer, dann einen offenen Mercedes, und wenn einen offenen Mercedes, dann einen SL 190 – für mich einfach der schönste unter den Oldtimern.

Dieser Gedanke begleitete mich im Ausland noch für weitere Jahre. In der Zwischenzeit durfte ich zumindest ein Modell des Objektes der Begierde mein Eigen nennen, einen cremefarbenen DB50, mit rotem Leder.

2 Jahre später, im Spätsommer 2012, ging es für mich wieder zurück nach Deutschland. Die Möbel, samt meinem Modell schwammen noch auf einem Containerschiff irgendwo auf den Weltmeeren, da erreichte mich ein Anruf eines Langenhagener Freundes. Zu diesem Zeitpunkt, die kommenden 2 Monate lediglich mit einem Koffer Kleidung ausgestattet in einer temporären Bleibe mit Leihmöbeln, hat manch anderer sicher andere Sorgen. Trotzdem kamen wir zum Ende des Telefonates auf das Thema Auto und seinen mittlerweile fertig restaurierten Jaguar E Typ.

Ich bekundete ebenfalls mein Interesse an einem historischen Fahrzeug, wenn ich mich denn wieder eingelebt und eingerichtet hätte, wurde aber prompt gefragt, was ich mir denn diesbezüglich so vorstellen könnte. Ich beantwortete die Frage mit einer fünfstelligen Buchstaben- und Zahlenkombination: SL 190, ehe ich direkt die Antwort erhielt: „Ich weiß wo ein Exemplar steht und ich weiß, dass der Eigentümer diesen unter Umständen verkaufen möchte.“ Völlig unerwartet dauerte das Gespräch dann doch länger:
Ein älterer Herr hatte vor mehr als 10 Jahren angefangen das Fahrzeug von seinem Karosseriemeister herrichten zu lassen und seitdem wartete der Wagen auf die Lackierung und Fertigstellung Die Karosserie stand gefüllert auf Achsen, der Rest im Ursprungszustand, samt Motor, auf Europaletten oder in der Garage verteilt.

Unverhofft kommt oft, und so recherchierte ich spontan im Internet, wer mir bei der Erstbesichtigung hier fachmännisch zur Seite stehen könnte. Ich wählte die Nummer von Frank Erbeck, der spontan zusagte mich zu begleiten, schließlich lag der Standort geographisch fast in seinem Vorgarten.

Vor Ort erfuhren wir dann mehr zur spannenden Historie des Wagens:

Baujahr 1959, ebenfalls DB50 mit rotem Leder DB 1079 (wie mein Modell – welch´ ein Zufall), am 07.10.1959 nach New York verschifft und etwa 20 Jahre später nach Schweden geholt, dort gefahren und Anfang der 90er Jahre zurück nach Deutschland, an den damaligen letzten Eigentümer verkauft. In Niedersachsen vor der Jahrtausendwende von ihm zerlegt und Karosseriearbeiten (mit Polaroids dokumentiert), wie wir heute wissen, fachmännisch erledigen lassen. Seitdem wartete das gute Stück auf die weitere Fertigstellung, leider vergeblich. Emotional an das Auto gebunden, dauerte es fast 13 Jahre, bis die Karosse nebst Einzelteilen den Besitzer wechseln sollte.

Diesem Schritt ging allerdings eine sehr anstrengende Diskussion über den späteren Verkaufspreis voraus. Trotzdem konnten wir uns nach zahlreichen Runden dann Ende 2012 gütig auf einen Betrag verständigen. Damals sicherlich 2.000 EUR zu viel, aus heutigem Gesichtspunkt, ein mehr als akzeptables Investment.

Vorweg: Zwar freue ich mich heute über das Endergebnis und möchte es gar nie wieder hergeben, hätte ich jedoch vorher gewusst, wie viel Zeit, Geld und Logistik in den nachfolgenden Jahren zu investieren sind, hätte ich dieses Projekt mit Sicherheit ausgeschlagen.

Die nächste Frage, die Frank Erbeck und mich beschäftigte war, wer denn nun „machen“ sollte. Gerne wollte ich die Gewerke verschieden vergeben, an „Hidden Champions“, die bisher in der Clublandschaft wenig bis gar nicht präsent sind. Diese Überlegung kam vor allem abgeschreckt von der telefonischen Beratung der „Etablierten“ zustande, mit der wiederholten Aussage: „Ab 100.000 Euro Anzahlung können wir uns das in 4 Monaten ansehen.“

Da im ersten Schritt die vorhandenen Teile zu sichten, zu sortieren und herzurichten waren, entschieden wir uns im Frühjahr 2013 für die Zusammenarbeit mit Björn Ringwelski, ebenfalls in Langenhagen, der den elterlichen Karosserie- und Fahrzeugbaubetrieb bereits vor Jahren von seinem Vater übernommen hatte. Björn arbeitete Teile auf oder vergab Aufgaben wiederum an Kollegen – jeweils Meister ihres Faches –, so dass schnell klar wurde, welche Teile neu zu beschaffen und welche noch in Stand zu setzen waren. Unter anderem ging es darum einige Dinge neu zu verchromen, das Verdeckgestänge komplett aufzuarbeiten und fehlende Teile neu zu besorgen.
Die komplette Motorüberholung erledigte KFZ Hesshaus in Ronnenberg. Kurt und Sohn Marco Hesshaus seit Jahrzehnten auch mit dem Motorenbau für den historischen Alfa Romeo Motorsport erfolgreich, leisteten hier großartiges. Frank Erbeck war nach der Werkstattbesichtigung sichtlich angetan und der spätere Gutachter des Gesamtfahrzeugs, unser Präsident Wilfried Steer, attestierte schriftlich: „Nur selten habe ich eine so ruhig und sauber laufende Maschine in einem SL 190 erlebt“.
Insbesondere waren aber Hauben, Türen, Chrom und andere Anbauteile von Ringwelski einzusetzen, um zu sehen wie gut die Karosseriearbeiten tatsächlich waren. Alles war zu Franks (Erbeck) und Bjoerns (Ringwelski) Zufriedenheit, sodass das Fahrzeug dann nach weiterer Vorbereitung des Untergrunds schließlich durch die Lackiererei Nowitz in Stadthagen innen und außen, dann jedoch in schwarz DB40, vom Chef Nowitz persönlich lackiert werden konnte.

Wie es dazu kam? Ich war in der Zwischenzeit vom ungeklärten Fall der Nitribitt und der Recherche von Norbert Schneider (Revue 01/2005) so beeindruckt, zumindest was die Farbkombination ihres SL 190 anging, dass ich mich für die Kombination meines Exemplars in DB40/DB1079/Verdeck schwarz entschied. Rückblickend und vor allem im Hinblick auf die Empfindlichkeit der Wagenfarbe schwarz, sicherlich schön anzuschauen, nicht aber die beste Entscheidung.

Die rote Innenausstattung, geliefert und montiert durch Uli Wehner aus Hamburg, bereue ich indes nicht. Es ist jedes Mal eine Freude hier Platznehmen zu dürfen.

Zurück in Langenhagen wurde angebracht und zusammengesteckt was möglich war. Dann hatte die mechanische Endmontage samt Elektrik zu erfolgen. Parallel unterstützte Frank Erbeck stets mit der Besorgung noch fehlender Teile, was zunehmend anstrengender und kostspieliger wurde.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2015, 2 Jahre waren vergangen. Die Erfahrung bisher: Die kleinen Unternehmen, jeweils Champions in ihrer Klasse, leisteten hervorragende Arbeit, man musste jedoch mehr Geduld und Zeit, auch in Sachen Logistik mitbringen – im Vergleich zu den etablierten Anbietern, die alles aus einer Hand anboten. Aber dennoch, man trifft wirklich sehr engagierte, zuvorkommende und nette Profis auf dieser teilweisen Odyssee. Ich habe den Schritt, insbesondere was die Zusammenarbeit und Qualität angeht, jedenfalls nie bereut. Meiner Ungeduld geschuldet, hätte es natürlich immer ein wenig schneller gehen können.

Um einige Erfahrungen reicher lernte ich im April 2015 Reimund Wendt (KFZ Wendt, Paderborn) kennen, der für das Finish sorgen sollte und dies auch hervorragend getan hat. Die Chemie stimmt bis heute und auch im „After Care“ ist Reimunds Ansprechbarkeit, Fachwissen und Hilfsbereitschaft unschlagbar. Zusammen mit seinen Mitarbeitern vollendete er das Gesamtkunstwerk, samt TÜV Abnahme und späterem Gutachten.

Was die Ausgaben für die letzten zu besorgenden Teile und Schrauben bis Mitte 2016 angeht, wurde es auf der Zielgeraden leider noch einmal ungemütlich. Selbst für gebrauchte Teile in miserablen Zuständen wurden auf den Börsen schon fast astronomische Preise verlangt, so dass ich froh war, dieses Projekt dann endlich erfolgreich zu Ende gebracht zu haben.

Nach dieser langen Reise zu meinem SL kann ich aus heutiger Sicht jedem Interessenten im Vorfeld nur empfehlen sehr genau zu prüfen, ob ein teilrestauriertes und/oder nicht komplettes Exemplar tatsächlich die (preislich) bessere Wahl ist. Oder ob man mit einer (durch)restaurierten Alternative nicht mittel- bis langfristig wirtschaftlicher fährt und damit zumindest große Überraschungen reduziert werden.

Nach den ersten 600 km bereue ich meine Entscheidung, dieses Wagnis eingegangen zu sein, keinesfalls. Nur hätte ich vielleicht mit meiner Körpergröße von 1,93 m vorher einmal in einem SL 190 Platznehmen sollen. Aber wie war das noch? Wer schön sein fahren will, muss (auf hohem Niveau in diesem Fall) leiden. Und da ist es wieder – schön!

Markus H.

Bildergalerie

190 SL-Revue • Beitrag • Der Mercedes-Benz 190 SL  und die MILLE MIGLIA 

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Der Mercedes-Benz 190 SL  und die MILLE MIGLIA 

Beitrag

Die Route.

Bildquelle: https://www.fcaheritage.com/de-de/heritage/news/1000-miglia-route-2022

Der Mercedes-Benz 190 SL  und die MILLE MIGLIA 

Neueste Erkenntnisse ermöglichen dem Mercedes-Benz 190 SL die Teilnahme an der heutigen Mille Miglia: Denn mitfahren dürfen ausschließlich Fahrzeuge des ursprünglichen Straßenrennens, das von 1927 bis 1957 ausgetragen wurde – und ein 190 SL startete 1956 bei den anspruchsvollen „1000 Meilen“ von Brescia nach Rom und zurück. Damals waren insgesamt 15 Mercedes-Benz am Start, darunter sechs Werkswagen: drei Spezial-Tourenwagen vom Typ 220 „Ponton“ und drei 300 SL „Gullwing“.

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Stuttgart. – Er debütierte 1954 zusammen mit dem Mercedes-Benz 300 SL „Flügeltürer“ (W 198) auf der International Motor Sports Show in New York – der 190 SL (W 121). Auch stilistisch ähnelt er dem berühmten Supersportwagen, wobei er von vornherein als Roadster angeboten wurde. Recherchen in den Archiven von Mercedes-Benz Classic führten nun zu der überraschenden Erkenntnis, dass sich bei der Mille Miglia 1956 unter den neun privat gemeldeten Teilnehmern auf Fahrzeugen der Marke nicht nur weitere 300 SL „Gullwing“ befanden, sondern auch ein 190 SL. Auf Basis dieser Information, die durch die im Museo Mille Miglia in Brescia archivierten Unterlagen bestätigt wird, hat Mercedes-Benz Classic den Veranstalter der heutigen Mille Miglia gebeten, den 190 SL auf die Liste der zur Veranstaltung zugelassenen Fahrzeuge zu setzen.

„Wir freuen uns, dass es ein weiteres Mercedes-Benz Fahrzeug für die Mille Miglia gibt. Das eröffnet noch mehr Fans der Marke die Teilnahme“, sagt Michael Bock, Leiter Mercedes-Benz Classic und Kundencenter. „Der 190 SL hat in den vergangenen Jahren einen starken Aufwind als Sammlerfahrzeug erlebt. Er steht in einer Reihe mit den vielen anderen begehrenswerten Fahrzeugen von Mercedes-Benz.“

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Der Mercedes-Benz 190 SL wurde zur Mille Miglia 1956 vom französischen Fahrerteam Michel Bianco / Jean Loup Pellecuer gemeldet. Er hatte die Startnummer 347, entsprechend einer Startzeit von 3:47 Uhr morgens, und belegte nach einer Fahrzeit von 16 Stunden, 6 Minuten und 15 Sekunden Platz 121. Der Grund, weshalb die damalige Teilnahme des 190 SL auch in Fachkreisen weitgehend unbekannt, ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass das Fahrzeug in den offiziellen Mitteilungen des Automobilclubs von Brescia seinerzeit nur als Mercedes – ohne weitere Typenbezeichnung – genannt ist.
Diese Sachlage eröffnet dem in Sammlerkreisen beliebten Roadster die Teilnahme an der Mille Miglia. Insgesamt 25.881 Fahrzeuge vom Typ 190 SL wurden gebaut . In Deutschland kostete der elegante Luxus-Sportwagen seinerzeit 16.500 Mark.

Soweit der Pressetext unseres  Mutterhauses. Allerdings muss noch dazu gesagt werden, dass ausschließlich die 190 SL Besitzer sich bewerben können, die einen 190 SL der Baujahre 1955, 1956 und 1957 besitzen, da ja die Mille Miglia  1957 eingestellt wurde. Ich bin einmal mehr gespannt, wie viele 190 SL Besitzer sich in diesem Jahr mit Ihren Fahrzeugen beworben haben und wie viele zugelassen wurden? Vielleicht meldet Ihr Euch bei mir mal?  Allerdings ist die Mille natürlich auch so eine Reise wert, Wir Männer vom Stammtisch Hannover und Hamburg hatten letztes Jahr sehr viel Spaß in Oberitalien bei wunderschönem Wetter und ich weiß schon, dass 2 Kollegen wieder nach Brescia fahren. Sicherheitshalber habe ich auch schon in dieser Zeit Urlaub genommen und wenn ich kann, fahre ich auch zur MM. Letzten Mai war uns auch das Wetter hold und wir erlebten schöne frühsommerliche Tage in Brescia und am Gardasee.  Besonders die Orte Sirmione mit der sehenswerten schönen Altstadt und der Ort Desenzano del Garda hatten es uns angetan. Das dabei auch die  kulinarischen Genüsse nicht zu kurz kamen, versteht sich! Dabei erwies sich unser Clubfreund Michael Sternberg als sehr guter Reiseführer. Besonders gut hat mir auch das Stadtfest in Brescia anlässlich der Mille Miglia gefallen. Erwähnenswert sind natürlich auch die Besuche in Maranello und Saint`Agata Bolognese, bei Ferrari und Lamborghini gewesen. Das Museo de Mille Miglia ist dabei in Brescia ein absolutes Muss! Sehr ausführlich ist hier die Historie der Mille Miglia dargestellt und man begreift eigentlich erst hier, welche Bedeutung dieses Rennen in der Welt hatte. Ich wünsche allen die nach Oberitalien fahren eine gute Anreise. Vielleicht sehen wir uns ja?

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Frank Erbeck

190 SL • Technik • Tipps • Weitere • Werkstätte • Motor

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Leserbrief von Karl Röser zum Thema: Werkstätten

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2022-03 –

Beitrag

Hallo Frank

zum Thema 190 SL Motorüberholung kann ich noch ein paar positive Mitteilungen machen.

Soweit man das positiv nennen kann, denn es hat schon eine Stange Geld gekostet, wenn auch meiner Meinung nach nicht überhöht. Nun dafür habe ich jetzt wieder einen runderneuerten Motor, mit dem ich hoffentlich noch lange Spaß habe. 

Im letzten Jahr wolltest Du in irgend einer 190 SL Revue Info hören, falls jemand eine gute Werkstatt für Oldtimer kennen gelernt hat. Hierzu habe ich eine gute Adresse gefunden. 

Genau genommen habe ich mit meinem W 126 schon vor Jahren dort gute Erfahrung gemacht. 

Dabei handelt es sich um einen Mercedes-Benz Vertragshändler, der Fa. KBM (Karl Breisig Motorfahrzeuge). Vielleicht erinnerst Du Dich noch bei unserem Treffen 2007 in Weilburg, dort hatten wir bei einem solchen Betrieb in Limburg auf Kaffee und Kuchen Rast gemacht. 

Nun ist es aber nicht so das alle KBM Betriebe sich auf Oldtimer stürzen, dem ist gar nicht so. 

Beim gleichnamigen Betrieb in Neuwied hatte ich vor Jahren den Meister Sven Benner kennen gelernt, der mit Interesse und Sachverstand mir den W 126 wieder flott machte. Dann hatte ich für eine kurze Zeit den Kontakt zu Sven Benner verloren und mich gewundert weshalb sich plötzlich in dem Betrieb keiner mehr so vehement diesen Fahrzeugen annimmt. Auf Nachfragen wurde mir dann mitgeteilt das er jetzt als Betriebsleiter im KBM Betrieb in Weilburg die Leitung hat. 

Nun, das kam mir gerade recht, da ich bekanntlich ja den Motorschaden am 190 SL hatte, habe ich u. a. auch bei ihm nachgefragt. Andere Anbieter wollten entweder aus meiner Sicht zu viel Geld haben oder die Rep. gestaltete sich umständlich. Bei einer Motorinstandsetzungs- Firma hätte ich zwar einen guten Preis bekommen, hätte aber extern für den Ausbau und den Transport des Motors sorgen müssen. Davon habe ich dann abgesehen, denn wenn hinterher etwas nicht stimmt, hat man mit zwei Firmen zu tun, wo das Problem u.U. einer auf den anderen schiebt. In dem Fall bin ich dafür einen Ansprechpartner zu haben. 

Herr Benner hat mir auf Anhieb einen wie ich meine, fairen Komplettpreis gemacht inklusive Ein- u. Ausbau und bei Austausch aller Verschleißteile, die zu einer Motorinstandsetzung gehören. 

Wie sich herausstellte waren die Zylinder schon auf das letzte Maß aufgebohrt. Ich konnte aber dennoch den Motor retten weil man so umsichtig war, nicht nach einem anderen Motorblock Ausschau zu halten, sondern hat die alten Büchsen herausgedreht und neue Büchsen eingesetzt. Damit habe ich immer noch die originale Motornummer wie sie im KFZ Brief steht. Als Service hat man den Wagen ohne Zusatzkosten bei mir mit dem Trailer abgeholt und wieder angeliefert. Mittlerweile hat er mir sogar für den W 126 ein Austausch Automatikgetriebe beschafft und eingebaut, auch hier zu einem Angebot das ich nicht ablehnen wollte. Herr Benner hat das Wissen und den Willen die alten Autos auf der Straße zu halten und hilft wo er kann. Das zeichnet ihn besonders aus. 

Eine weitere Firma ist hier ebenfalls positiv in Erscheinung getreten: Die Firma IOZ in Mülheim Kärlich. Diese Firma kümmert sich ausschließlich um Vergaser- Einspritz- und Zündanlagen an Motoren, überwiegend für Oldtimer. Auch mit dem Solex PHH 44 Vergaser ist man gut zurecht gekommen und hatte sogar noch Ersatzteile hierfür am Lager. Die Leitung dieser Firma obliegt der Frau Anette Hue, die sich in ihrem Metier bestens auskennt. An Fahrzeugen fand man auf dem Werkstattgelände die Oldtimergilde in großer Anzahl wieder: Vom Austin Healey über Morgen +8, Mercedes W 111 Coupé, VW und Karmann Ghia usw. 

Der Motor läuft nach dieser Frischzellenkur rundum wieder sauber wie vorher. 

Es wird allerdings immer schwieriger für die Wagen die Leute mit Sachverstand zu finden. Bei einem anderen KBM Betrieb winkt man z. B. höflich ab, wenn es um Oldtimer geht, seitdem der Meister aus meinem Geburtsjahrgang ebenfalls verrentet ist. 

Mit freundlichen 190 SL Grüßen von der Mosel 

Karl Röser

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190 SL-Revue • Beitrag • Vergleich 190 SL mit dem Isabella Cabrio

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Vergleich 190 SL mit dem Isabella Cabrio

– Beitrag in der 190 SL-Revue • 2022-03 –

Beitrag • Vorwort

Im vergangenen Juni klingelte einmal mehr mein Telefon und am anderen Ende des Hörers, war Christian Steiger, der mir besonders als Redakteur der MOTOR KLASSIK und als Autor seines Buches über „Rosemarie Nitribitt“, sehr bekannt war. Christian fragte an, ob ich einen 190 SL Besitzer kennen würde, der sich gerne zu einem Vergleich, mit einem der seltenen Borgward Isabella Cabrios, zur Verfügung stellen würde.

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190 SL-Revue • Beitrag • Vergleich 190 SL mit dem Isabella Cabrio • Beitrag

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Vergleich 190 SL mit dem Isabella Cabrio

– Beitrag • 190 SL-Revue • 2022 • 3. Quartal –

Beitrag

Im vergangenen Juni klingelte einmal mehr mein Telefon und am anderen Ende des Hörers, war Christian Steiger, der mir besonders als Redakteur der MOTOR KLASSIK und als Autor seines Buches über „Rosemarie Nitribitt“, sehr bekannt war. Christian fragte an, ob ich einen 190 SL Besitzer kennen würde, der sich gerne zu einem Vergleich, mit einem der seltenen Borgward Isabella Cabrios, zur Verfügung stellen würde.

Da der Besitzer des seltenen Isabella Cabrios aus dem Ruhrpott kommen würde, sollten wir uns möglichst in Lippstadt treffen. Als Profifotograf wurde Andreas Beyer engagiert, der schon viele großartige Autos für viele Fachzeitschriften, in das rechte Licht gerückt hatte. Nach kurzer Überlegung fragte ich bei unserem Clubfreund Reimund Wendt nach, ob er mit mir nach Lippstadt kommen würde, da er ja nicht weit von Lippstadt in Paderborn wohnt. 

Gesagt getan, wir hätten mehrere 190 SL zur Auswahl gehabt und wir entschieden uns für den sehr gut restaurierten 190 SL von Clubmitglied Gerd Birkenmeier, dessen anthrazitfarbener 190 SL, mit einer cognacfarbenen Innenausstattung, bei Reimund zum Service war. 

Wir trafen uns am Sonntag den 26 Juni morgens um 11.00 Uhr auf dem Rathausplatz in Lippstadt und schon konnte die Arbeit beginnen. Bendikt Große-Hovest, der Besitzer des Borgward Isabella Cabrios, dass am Heck den Schriftzug des Coupes hatte, war schon zugegen und schnell waren wir im gegenseitigen Austausch vieler Informationen. Andreas Beyer und Christian Steiger besprachen alle Einzelheiten mit Reimund und Benedikt. Schon mussten sie den Anweisungen von Fotograf Andreas Beyer folgen. Mittlerweile waren auch einige interessierte Zuschauer auf uns zugekommen und wir beantworteten viele Fragen zu den Autos. Die beiden Fahrzeuge kamen beim Publikum sehr gut an und mancher wusste einiges von der Firma Borgward zu berichten. Von diesem Borgward Cabrio wurden gerade mal 15 Stück gebaut und das Auto hatte 75 Pferdestärken und fuhr etwa 150 km/h schnell. Fertiggestellt hatte diese Autos die Firma Karl Deutsch. Der Preis lag zwischen 15600.- und 17000.- DM. Dagegen hatte der 190 SL 105 PS zu bieten und er war etwa 170 km /h schnell. Es wurden immerhin 25881 Stück gebaut. Der Preis lag bei 16500.- DM aufwärts. Auch die beiden Armaturentafeln waren sehr unterschiedlich bestückt. Das Armaturenbrett des 190 SL wirkte sehr Mercedestypisch, klar und aufgeräumt. Dagegen hatte das hübsche Armaturenbrett der Isabella doch einige Unterschiede aufzuweisen. Besonders fielen mir die beiden Aschenbecher auf, denn Borgward war ein starker Zigarrenraucher und auch die vielen weißen Funktionstasten, fand ich sehr interessant, aber auch gewöhnungsdürftig. Doch beide Fahrzeuge besaßen sehr attraktive Karosserien mit vielen Rundungen, die bei der Kundschaft, besonders gut ankamen. 

Nach dem ausgedehnten Fotoshooting fuhren die Vier zu den Fahraufnahmen und es kamen am Ende sehr viele echte Profifotos von Andres Beyer hervor, die ich gerne mit Erlaubnis veröffentliche. 

Auf den nächsten Seiten habe ich Euch noch den Bericht aus der Oldtimermarkt vom August 2022 drucken lassen, damit ihr einmal seht, wieviel Arbeit in so einer aufwendigen Gegenüberstellung steckt. 

Frank Erbeck

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190 SL-Beitrag • 2022 • 02 • Sachen gibt es, oder der besondere 190 SL …

Quelle: 190 SL-Revue

Sachen gibt es, oder der besondere 190 SL …

– Beitrag • 190 SL-Revue • 2022 • 2. Quartal –

Beitrag

Dieses Jahr durften wir 3 190 SL auf die Techno Classica mitbringen, wobei eines dieser Fahrzeuge in der Ahnengalerie der Mercedes-Benz Klassiker ausgestellt werden sollte. Wir entschieden uns für den weißen 190 SL von Ralf, der sich besonders durch seine Originalität auszeichnete. Dieses Auto war noch nie lackiert worden und auch das Interieur war ebenfalls noch sehr original. Dieser SL ist ein Heimkehrer aus den USA und alle seine originalen Dokumente sind vorhanden.

Das Besondere an diesem Auto erkennt man nicht unbedingt auf dem ersten Blick und das eher ungewöhnliche ist, dass der 190 SL nach Abnahme der Kiemenleisten und anderer Chromteile, darunter nur grundiert gewesen ist! Wie konnte das sein? Beim nachmessen des Lackes mit einem Schichtdickenmesser hatte dieser 190 SL gleichbleibende Werte zwischen 70 bis 100μ. War also nicht nachlackiert. 

Am Abend saßen Reimund und ich mit Michael Rapp und Peter Kümmel, 2 erfahrenen 300 SL Spezialisten beim Abendessen zusammen und diskutierten diesen Fall. Und nicht nur ich, hatte von einer damaligen offensichtlichen Besonderheit in der Produktion gehört, dass Fahrzeuge zu der damaligen Zeit, wenn es noch keinen Kundenauftrag dafür gab, nur grundiert worden sind. Aber alle Anbauteile vorab am Fahrzeug montiert wurden. Wenn es dann zu einem Vertrag für dieses Fahrzeuge kam, wurde die Chrom – und Anbauteile sorgfältig abgeklebt und der Farbauftrag konnte beginnen. Ich hatte so ein Fahrzeug noch nie gesehen und konnte mir so ein Verfahren auch nicht vorstellen. Hat jemand von Euch vielleicht ein ähnliches Fahrzeug im Besitz, oder ähnliches erfahren? Ich bin gespannt auf eure Antworten. Bitte schreibt mir. 

Viele Grüße: 

Frank Erbeck 

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