43. AvD Oldtimer Grand Prix 2015

Vom 7. bis 9. August heulten am Nürburgring wieder die Motoren der Vor- und Nachkriegsklassiker im Rahmen von Rennen wie FIA-Meisterschaften auf dem Grand Prix Kurs, und beim 256. AvD-Historic-Marathon ging es wieder auf die Nordschleife.
Die Markenclubtreffen waren ein weiterer Anziehungspunkt, doch mich reizte zu Anfang gleich das alte Fahrerlager mit seinem ureigenen Charme und dem Fangio Denkmall mit W196 am Eingang.

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38 Euro kostete die Tageskarte am Samstag und Sonntag und wer von Freitag bis Sonntag Zeit hatte, war mit dem Wochenendticket für 58 Euro sicher bestens bedient.

Bei dem riesigen amerikanischen Simplex neigte der Fahrer nicht zum Zwergenwuchs, wie man beim Anblick des Fahrzeugs meinen könnte, auch das Antriebsaggregat hätte von seinen Ausmaßen jedem Schiffsmotor alle Ehre gemacht.
Die Kompressor-Truppe war natürlich wieder im alten Fahrerlager vertreten, die Holzarmaturenbretter mit Uhrensammlung beeindrucken jedes Mal und erst direkt von der Seite sieht man so richtig, wie lang ein S- oder SS-Tourer tatsächlich ist.
Um das Ganze markentechnisch abzurunden, darf hier selbstverständlich ein Fahrzeug der Bentley-Boys mit mächtigem Kompressor nicht fehlen.
Vor der Box 56 bereitete sich ein UNIMOG auf seinen Einsatz vor, doch trotz intensivem Studium des Programms konnte ich nicht herausfinden, in welcher „Rennklasse“ er startete (Bild 8).

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Bei HK-Engineering war der Porter SLS nach dem Crash in Goodwood mit neuer „Schnauze“ wieder startklar und die Pfessdorfs hatten als Gefährt für das Fahrerlager einen Caddy mit passendem Sternlenkrad dabei.

 

 

 

 

 

 

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Das Lenkrad am Armaturenbrett ihres Rennflügeltürers zierte übrigens ein Autogramm von Sir Stirling Moss.
Weniger für die Nachwelt, sondern mehr für die Revueleser ließen Ralf und ich uns von Christian nach erfolgtem Bremstrommeltausch ablichten. Auch hier am Ring waren Wagen und Fahrer wieder sehr erfolgreich, konnte doch am Samstag der Klassensieg und ein sehr respektabler 11. Platz im Gesamtfeld gegen die übermächtigen V8 mit viel mehr PS herausgefahren werden.
Die 723 machte auf 722 mit Pokal wie Lorbeerkrank und die Formel 1 Truppe im Parcfermé gab ein beeindruckendes Bild ab.

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Interessant gestaltete sich auch der Besuch bei Coys, wenngleich diesmal weder 190 noch 300SL im Angebot waren.
An der Katalogbeschreibung von Los Nr. 119, dem W111 220 SE Coupe mit angeblich nur 4.700 Meilen und komplettem Erstlack hatte ich so meine Zweifel, denn viele Details waren nicht stimmig und das Estimate mit 120-140.000€ für ein 220 SE Coupe sehr hoch.
Im Zelt fiel mir auch der weiße Espada mit der Chassis Nummer 8236 auf, der genau wie der von Wolfgang Peter in der letzten Revue aussah.
Der Lamborghini DLA 35, Baujahr 1959 mit Los Nr. 125 hatte früher schon bessere Tage gesehen und der Katalogtext „wunderschöner leichter Edelrost“ ist schon mehr als mutig gewählt!
Das galt auch für den 220 Ponton Bestatter mit Pollmann Karosserie, beschrieben als komplett original, super selten und Pappdeckelbrief bei dem man glauben könnte, er hätte gerade mal auf dem Weg zur eigenen Bestattung bei Coys haltgemacht.
Wirklich schön dagegen präsentierte sich im Fahrerlage der frisch restaurierte Opel Blitz Transporter des Porsche Museums mit Panorama-Scheiben im Dach.
Der Besuch am Ring hatte sich wirklich wieder gelohnt, ein abwechslungsreiches Programm mit Old- und Youngtimern aller Epochen und Fahrzeugklassen sowie Automobilia boten für jeden etwas und machen nach wie vor den AvD Oldtimer Grand Prix zu einem Pflichtbesuch für jeden echten Rennfan.

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