Techno Classica Essen 2016

Ich habe bewusst den Titel „Luxusmesse“ gewählt, weil diese „Oldtimermesse“, besonders in diesem Jahr, eigentlich keine Oldtimerveranstaltung mehr war! Wurden in den vergangenen Jahren schon für viele Fahrzeuge Preise verlangt, die unter normalen Umständen, nicht zu erzielen sind, haben in diesem Jahr besonders die Händler mit Preisen jongliert, die schon in die Welt der „Mondpreise“ gehörten. Manche Preisvorstellungen waren dermaßen abgehoben, dass  viele potentielle Käufer und Besucher nur noch ungläubig und verständnislos den Kopf geschüttelt haben. Manche Enthusiasten hatten sich sowieso schon gefragt, wo diese Preisentwicklung noch hingehen sollte, wurden doch für einen frühen 911er schon mehr als 500000.-Euro verlangt. Auch die restaurierten 190 SL kosteten schon 200000.- oder mehr und die wunderschönen 280 SE 3,5 Liter Cabrios lagen bei 400000.- Euro und darüber.  Viele Fahrzeuge hatten innerhalb eines Jahres 50000.- Euro bis 100000.-Euro Zuschlag bekommen. Das ist sicher keine gesunde Entwicklung! Und wird manchen Interessenten eher abschrecken. So war auch am Ende der Techno – Classica mancher Händler mit seinen Verkaufsergebnissen nicht zufrieden! Allerdings darf man auch nicht die Kosten für die Standmieten der Anbieter  vergessen, die dafür sorgten, dass der Erlös für ein verkauftes Auto in der Regel, die Standmiete einbringen musste.
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Aber wer mit diesen Preisen kein Problem hatte, der sah auch auf dieser Messe wieder einmal  sehr viel Erfreuliches! In 21 Hallen präsentierte die Messe einmal mehr, was das Oldtimerherz so begehrt. Allerdings suchte man sogenannte „Butter und Brot“ Fahrzeuge hier nahezu vergebens. Auch bei den privaten Ausstellern war eher nur hochrangiges zu erwerben. So reihten sich die Porsche und Mercedesmodelle auf jeden Stand nebeneinander und es gab sicher keine Halle, die von diesen beiden Herstellern nicht dominiert wurde. Aber es gab natürlich auch sehr schöne Bentleys, Jaguars, Austin Healeys und Rolls -Royce von der Insel zu bewundern. Mit diversen Ford, Chevrolet, Nash und GM Modellen waren die Amerikaner vertreten, die Italiener mit ihren wunderschönen Ferraris, Alfa – Romeos, Maseratis, Lamborghinis und alle anderen Autoländer hatten ihre automobile Träume  entsandt. Der Mercedes-Benz Stand war wieder sehr standesgemäß gestaltet, allerdings 30% kleiner, als im Vorjahr. Deshalb durften wir in diesem Jahr nur einen 190 SL ausstellen und kamen uns in der linken Ecke am Rande der Halle, etwas verloren vor. Der massive Tresen verdeckte unser Auto nahezu, so dass mancher 190 SL Interessent Mühe hatte, uns zu finden. Aber wir waren gut gelaunt, obwohl wir lange nicht den Zulauf der vergangenen Jahre hatten.Techno Classica 2016 Bild 2

Das Catering und die Organisation seitens Mercedes-Benz war nahezu perfekt und wir waren gut versorgt. Dafür hatten wir dieses Mal mehr Zeit, uns die tollen Exponate angucken zu können. Besonders schöne 300 SL hatte HK Engineering wieder dabei. Der weißgraue 300 SL Roadster war wirklich hervorragend restauriert, davon konnten sich Wilfried und ich uns sehr ausführlich überzeugen. Mit 1,2 Millionen Euro sicher nicht zu teuer, konnte man auch für dieses Model 2 Millionen Euro ausgeben! Vernünftige 190 SL kosteten mindestens 120000 Euro und mehr. Der teuerste 190 SL sollte 212000.-Euro erwirtschaften und der schlechteste kostete stattliche 124000.- Euro, der angeblich sogar verkauft wurde!  Unseren schwarzen 190 SL mit roter Innenausstattung haben wir vom Mercedes-Benz Classic Center Hannover zur Verfügung gestellt bekommen. Ein sehr ordentliches Auto, das von Fritz die Technik revidiert bekommen hatte. Der Wagen fuhr wirklich sehr gut, davon konnte ich mich nach der Messe überzeugen, als ich den Wagen zum Sattelzug fuhr. 5 neue Mitglieder schlossen sich unserem Club  an, wobei Beate und Elmar Kloke aus Paderborn zu denen gehörten, die sofort Ihren Mitgliedsantrag unterschrieben, was uns natürlich sehr begeisterte. Interessanterweise gab es auch wieder einige Fahrzeuge zu sehen, die ich noch nie gesehen habe, wie den Rekordwagen von FIAT / Abarth oder den Hudson Italia. Als Coupé Fan konnte ich mich einmal wieder für den Maserati Sebring den Maserati A6G, den Ferrari 250 GTE und besonders für den ASTON Martin DB 4, der bei Axel Schütte stand, begeistern. In Halle 2 bot ein Anbieter umgebaute Pagodenhardtops mit Schiebedächern  an, die einen hervorragenden handwerklichen Eindruck machten, bevor wir in Halle 3 einen Stand mit vielen Vorkriegsklassikern fanden. Obwohl ich auch diese Fahrzeuge faszinierend finde, verkaufen tun sie sich eher schwer.

Fazit: Das war wieder eine  tolle Messe und 201000 Besucher können nicht irren!