Qatar Concours d´Elegance, Doha 2016

Vom 29. März bis 2. April fand in Katar der erste internationale Concours d’ Elegance in Zusammenarbeit mit Retro Promotion und dem AvD Automobile Club of middle East statt.

Concours d´Elegance Bild 1

Die FIVA war erst das zweite Mal nach Amelia Island 2016 mit dem FIVA Award vertreten und Patrick Rollet lies es sich als Präsident nicht nehmen, der Veranstaltung, den Organisatoren und den Teilnehmern das Quäntchen Glück zu wünschen, welches bei einer solchen Sache nicht fehlen darf.
Über 60 Old- und Youngtimer stellten sich der Jury, die mit Experten aus den USA, Europa und den Golf Staaten international hochkarätig besetzt war.
Mich hatte man als Team Responsible des Teams 3 ausgewählt und meine Mitjuroren waren keine Geringeren als Siegfried Linke, seit mehr als 25 Jahren Juror in Pebble Beach, sowie Ronnie Karam, ein Jordanier mit langer Passion für klassische Fahrzeuge, der heute in Paris lebt (Bild 1 zeigt Siegfried und mich bei der Arbeit).
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Unser Feld war außerordentlich interessant, beinhaltete es doch die Vorkriegsfahrzeuge ab 1933 bis hin zu den Nachkriegsklassikern der 50er und frühen 60er Jahre.
Dies bedeutete, dass die Kompressormodelle – wie auch die 300 SL und 190 SL in unsere Kategorie fielen (Bild 2 und 3).
Concours d´Elegance Bild 2Concours d´Elegance Bild 3Als Leiter der Jury hatte übrigens wie in Ludwigsburg Prof. Peter Pfeiffer, ehemaliger Designchef bei der Marke mit dem guten Stern, die nicht immer leichte Aufgabe, die unterschiedlichen Temperamente und Meinungen unter den bewussten einen Hut zu bringen und diesen dann auch noch aufzubehalten.
Was Hüte und sonstige Kopfbedeckungen angeht, war das Spektrum ähnlich reichhaltig wie bei den Autos, was das Foto von der Veranstaltungseröffnung eindrucksvoll dokumentiert (Bild 4).
Concours d´Elegance Bild 4Hier fällt vieles etwas großzügiger aus, auch die Garagenanlagen (Bild 5).
Concours d´Elegance Bild 5

Apropos großzügiger – der Herr rechts im Bild 6 mit der rot-weißen Kopfbedeckung ist mein Jurykollege Talal Bin Mansi aus Jeddah in Saudi-Arabien, der auf meine Frage, welche Oldtimer er denn hätte entgegnete, dass dies schwierig zu beantworten sei.
Concours d´Elegance Bild 6Auf mein „wieso“ kam die etwas zögerliche Antwort, er hätte 350 Stück.
Viele Teilnehmer und ihre Fahrzeuge ließ Sheikh Faisal bin Qassim Al-Thani aus Europa einfliegen, um ein wirklich internationales und hochkarätiges Teilnehmerfeld sicherzustellen.
So zum Beispiel den 380K Spezial Roadster der SK Collection (Bild 7), den 540K Sport Roadster von Horst Lautenschläger (Bild 8) und die von Bechtel bzw. Kienle präsentierten 300 SL (Bild 9) und 300 SC Roadster (Bild 10).
Concours d´Elegance Bild 7Concours d´Elegance Bild 8Concours d´Elegance Bild 9Concours d´Elegance Bild 10Mein ganz besonderer Liebling war der von dem bekannten italienischen Sammler Corado Lopresto vorgestellte Alfa Romeo 6C 1750 GS (Bild 11).
Concours d´Elegance Bild 11Auch Khalid Fahad Aljaber strahlte mit mir über die Plakette für seine Teilnahme mit dem Chrysler Windsor von 1948 (Bild 12).
Concours d´Elegance Bild 12Sehr interessant war auch der Besuch im Museum des Scheichs, garniert mit reichlich Teppichen sahen wir dort 640 Klassiker, zu Lande, zu Wasser und in der Luft war auch hier das Thema, wobei die Sternträger gleich übereinander präsentiert wurden (Bild 13, 14 und 15).
Concours d´Elegance Bild 13Concours d´Elegance Bild 14Concours d´Elegance Bild 15

Vor den alten Seglern gab es ein Sonderareal mit seinen Staatslimousinen, indem sich auch ein 300d und ein 600er befanden (Bild 16).
Concours d´Elegance Bild 16Die Möbelausstellung mit Exponaten aus den vergangenen Jahrhunderten weckte besonders das Interesse der Damen (Bild 17).
Concours d´Elegance Bild 17Doch zurück zum Concours und den Schätzen dort.
Den neben dem „Best of Show“ wichtigsten Preis räumte der Porsche Typ 64 von 1938, eben jener Berlin-Rom Wagen ab, dessen Geschichte sich wie ein Kriminalroman liest und der mit dem FIVA World Motoring Hertage Year Pris nach Hause in die History Cars München-Sammlung fahren konnte (Bild 18).
Concours d´Elegance Bild 18

Unser Clubliebling 190 SL erreichte in der Klasse des „Best of Show“ Siegers, Nachkriegs-Cabriolets von 1958 – 1963, den zweiten Platz mit einer Punktzahl, die in einer anderen Klasse zum Sieg gereicht hätte (Bild 19).
Concours d´Elegance Bild 19Kommen wir zum „Best of Show“!

Als würdigen Sieger moderierte ich auf der Bühne den 1958er Dual Ghia, von Dodge kam die Technik – das Design aus Italien, dessen Besitzer Sheikh Ahmed Bin Ali Al-Khalifa mit seinem Restaurator am Lenkrad ihrer Freude freien Lauf ließen (Bild 20).
Concours d´Elegance Bild 20Die Woche war ein beeindruckender Ausflug ins Märchenland von 1000 und einer Naht, doch auch Märchen haben manchmal ein böses Ende und es ist die Frage, wie lange sich diese unwirkliche Konstellation der Macht noch durch wirtschaftliche Wohltaten konservieren lässt.
Gott sei Dank habe ich das nicht zu bewerten, sondern nur die Autos, damit war ich voll ausgelastet und außerdem hat dies bestimmt auch mehr Spaß gemacht wie gebracht.

Wilfried Steer