Route 66 mit dem 190 SL – Arnold Hendrix und Marly

Im September/Oktober 2015 fuhren wir die “Mutter aller Straßen“ entlang: die Route 66 von Chicago nach Los Angeles. Dieses Mal nicht mit einer gemieteten Harley Davidson, sondern mit dem eigenen Auto.
Genauer gesagt: mit unserem 190 SL!
Route 66 190 SL 2015 Bild 1Die Reise war für Ende September geplant. Das bedeutete, dass wir uns bereits viel früher von unserem Auto verabschieden mussten. Das würde ja schließlich die Reise in die USA per Schiff in einem Container antreten. Nach dem Erledigen einer Menge Papierkram konnten wir unseren SL am 14. August im Rotterdamer Hafen abliefern.
Route 66 190 SL 2015 Bild 2Selbst reisten wir per Flugzeug von Amsterdam nach New York, wo wir unser Fahrzeug zum Glück vollkommen schadensfrei abholen konnten.

New York?

In der Tat: Die Route 66 beginnt in Chicago.
Route 66 190 SL 2015 Bild 8
Das heißt, dass bei den “more than 2000 miles all the way” eine ordentliche Distanz hinzugezählt werden musste – oder besser: durfte.
Insgesamt legten wir in drei Wochen an die 7000 Kilometer zurück.
Mit den eingeplanten “Ruhetagen” in Chicago und Las Vegas, plus der zusätzlichen Fahrt zum Grand Canyon waren Tage mit 500 Kilometern eher die Regel als die Ausnahme.Route 66 190 SL 2015 Bild 3Der Verkehr in den USA ist jedoch mit dem in den Niederlanden oder in Deutschland nicht vergleichbar.
Nicht nur sind die Straßen außerhalb der Großstädte viel weniger belebt – auch das Verhalten der Verkehrsteilnehmer ist außerordentlich zuvorkommend und relaxed.
Dabei haben wir auch wieder feststellen dürfen, dass ein 190 SL einfach ein großartiges Auto zum Reisen ist.Route 66 190 SL 2015 Bild 4

Wir waren gemeinsam mit noch drei anderen Klassikern unterwegs: mit einem Ford Mustang und zwei Morgans. Unterwegs waren wir alleine oder mit unseren Mustang-Freunden.
Rote 66 190 SL 2015 Bild 5Natürlich haben wir von einem Navigationssystem Gebrauch gemacht. Das war jedoch hauptsächlich in den großen Städten nützlich. Der Route 66 zu folgen, setzt den Besitz eines guten Roadbooks voraus. Manchmal gab es überhaupt keine Route 66, oft änderte sich der Name und ab und an war es sogar unvermeidlich, auf die Interstate auszuweichen. Es kam auch vor, dass zwei oder drei Straßen mit dem Namen ‘Route 66’ nebeneinander verliefen! Dann hatte man vor langer Zeit einfach eine neue Straße angelegt, anstatt die alte zu verbreitern oder zu renovieren…

Die Strecke der Route 66 verläuft quer über den Kontinent durch acht verschiedene Staaten und Dutzende – oft spektakuläre – Landschaften.
Route 66 190 SL 2015 Bild 6Dadurch, dass wir sie mit dem 190 SL zurücklegten, fiel auf, wie groß die Unterschiede zwischen den verschiedenen Staaten in vielerlei Hinsicht sind – z.B. wie die Menschen leben und wie sie ihre Häuser bauen.

Doch die Freundlichkeit und das Interesse der Amerikaner uns als ihren Gästen gegenüber war überall Spitze.
Eine Reise quer über den Kontinent bedeutete auch, dass wir mit drei verschiedenen Zeit- und Klimazonen konfrontiert wurden.

Bei den Niagarafällen war das Wasser wirklich überall. In Chicago war das Wetter sonnig, aber eisig kalt. In der Rush-hour von Los Angeles war es ziemlich warm. Und Las Vegas war glühend heiß.

In der Navajo-Wüste hatte es sogar 44 Grad Celsius. Im Oktober!

Aber jeder Tag war ein tolles Erlebnis. Die Weite der Landschaft, die eindrucksvolle Natur – und das alles durften wir in einem der schönsten Autos erleben, das jemals hergestellt wurde!
Route 66 190 SL 2015 Bild 7Nach diesem großartigen Abenteuer lieferten wir unseren 190 SL beim Verlader in Los Angeles ab.

Diesmal würde die Fahrt über den Ozean wesentlich länger dauern, weil die Seeroute jetzt durch den Panamakanal führte.

Erst gegen Weihnachten konnten wir ihn wieder in Rotterdam abholen…

Unser 190 SL hat die 7000 Kilometer ohne große Probleme zurückgelegt. Nur ein klemmendes Heckklappenschloss (das sowieso schon ersetzt werden musste…) machte ein wirkliches Eingreifen notwendig. Nachdem wir uns eine Bohrmaschine im Hotel ausgeliehen hatten, hieß es für uns für die restliche Reise “Keyless Go”!