Vergaserbefestigung

von Fritz Wallner

Die unendliche Geschichte Vergaseranlage, immer wieder Falschluft, unruhiger Motorlauf, zu hohes Standgas, Ruckeln in der Beschleunigerphase, Aussetzen im Teillastbereich und beim Bremsen stirbt der Motor ab. Das alles sind sichere Zeichen von einem nicht konstanten Kraftstoff-Luftgemisch. Durch Einströmen von falscher Luft, – von wo auch immer -, wird das Kraftstoff-Luftgemisch im Brennraum zu mager, und des kommt zu diesem Fehlverhalten.
Oft sind die Vergaser neu montiert und der Motor läuft immer noch nicht ruhig. Im Vorfeld kann folgender Test durchgeführt werden: Motor im Stand laufen lassen. Mit einer Sprühdose Bremsenreiniger alle Verbindungselemente abspritzen. Ändert sich die Drehzahl des Motors an der Stelle, an welcher der Sprühstrahl auftrifft, ist das Leck gefunden. Nicht vergessen, auch zwischen den Zylinderkopf und Ansaugkrümmer sprühen. Die Ausgleichleitung zwischen den beiden Ansaugkrümmern kann auch undicht sein. So kann auch jeder Laie selbst testen, wie es um seine Vergaseranlage steht.
Ist zwischen Ansaugkrümmer und Zylinderkopf eine undichte Stelle, kann der Krümmer mit einem geraden 14er Ringschlüssel nachgezogen werden.

Es ist folgend zu verfahren:
Kraftstoffleitung an den Vergasern abschrauben, Unterdruckschlauch am Krümmer abschrauben. Rindschlüssel an die Krümmermutter stecken, anziehen, von der Mutter lösen, um 180 Grad drehen, wieder auf die Mutter stecken und weiter anziehen. Die Krümmermuttern müssen knalle fest sein. Ihr könnt gerne ein kurzes Rohr auf den Schlüssel stecken und noch mal nachziehen. Haben wir ein Leck zwischen Vergaser und Ansaugkrümmer, sollten die Flanschdichtungen erneuert werden. Dazu müssen das Luftsaugrohr und die Vergaser aus,-eingebaut werden. Wie das funktioniert, habe ich schon einmal beschrieben, bitte in den Technik-Tipps nachlesen.

Jetzt zur eigentlichen Neuerung:
In den Vergaserflanschdichtungen sind für den richtigen Abstand Distanzbüchsen montiert. Damit diese Büchsen am Bund die Vergasergehäuse nicht beschädigen, werden zwischen Vergasergehäuse und Gummiflansch 8mm Beilagscheiben montiert. Es hat sich herausgestellt, dass die Büchsen sich auch durch das Stahl der Beilagscheiben arbeiten. Die Vergaser werden locker und es gibt wieder Falschluft.
Ich habe lange Zeit Stahlscheiben,bzw. Wellscheiben verwendet. Dies hat sich auf lange Sicht leider auch nicht so recht bewährt, da die eine oder andere Scheibe gebrochen ist.
Ein Clubmitglied, leider weiß ich seinen Namen nicht mehr, Er hatte mir eine eMail mit Foto und Zeichnung geschickt. Anschließend stürzte mein PC ab (dafür bin ich Spezialist) und alle eMails gingen verloren. Er hat auf Seiner Emco eine Büchse mit Bund in einem Stück gedreht. (siehe Foto)
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Mit dem Material habe ich noch etwas experimentiert. Das beste Ergebnis hatte ich dann mit Edelstahl 1.4305 und habe diese Büchsen gefertigt. Die Maße sind folgend: Länge über alles: 18,80 mm Breite 11 und 16mm Stärke der Scheibe 1,50mm Bohrung 8,20mm.
Mit diesen Büchsen habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Nach 500 km versuchte ich zum ersten Mal die Vergaser nachzuziehen, doch es hatte sich nichts gelockert. Nach 2000 km dasselbe nochmal.
Mittlerweile sind auf diesem 190SL fast 5000 km gefahren worden und alles funktioniert einwandfrei. Habe diese Büchsen schon auf mehreren 190ern montiert und alles klappt vortrefflich.
1 Montagesatz Vergaserbüchsen mit Bund (8 Stück) € 70,- + MWSt.

Gruß

Euer

Fritz Wallner