Schubstreben an der Hinterachse einschweißen

von Fritz Wallner

Unsere Schätzchen werden immer älter und auch an gut erhaltenen Exemplaren, welche noch nicht restauriert sind, kommt es vor, dass die Aufnahmen, die an den Längsträgern eingeschweißt sind, durchrosten, oder in der Wandstärke zu den Gummilagern so dünn sind, dass Gefahr droht. Beim Bruch dieser Glockennabe, wie sie im Ersatzteilkatalog benannt ist, schießt die Schubstrebe durch die Kraft der Spiralfeder gegen die Straße und es kann zu einer Landung im Straßengraben kommen. Zu einem Bruch ist es schon öfters gekommen, habe aber noch nie gehört, dass etwas passiert wäre. Die Hinterachsaufhängung mit ihren Gummilagern sollte immer wieder überprüft werden. Zeigen sich Risse im Gummi, müssen diese erneuert werden. Dabei die Glockennaben besonders genau ansehen. Bei grobem Verschleiß oder Rostschaden die Glockennaben mit der Trennscheibe entfernen, den darunter liegenden Längsträger prüfen und die neue Glockennabe einschweißen. ET Nr 180 350 03 33 So leicht geht es leider nicht. In meinem ersten Bericht 1989 habe ich über die Restauration der Bodengruppe geschrieben und aus dem Werkstatthandbuch die Rahmenboden-Kontrollzeichnung abgebildet. Als Ergänzung habe ich von der Kontrollbohrung eine Diagonale zu der Grockennabe von 1232 mm gemessen. Mit einem Stangenzirkel kann man dieses Maß vor dem Einschweißen nachmessen. Man kann auch übertreiben und den SL auf die Richtbank stellen. Für alle Perfektionisten habe ich eine Lehre gebaut. In dieses Instrument werden die Naben hinein gelegt und eingeschweißt. Zu allem Unglück sind die Naben auch noch 5° nach vorne geneigt. Und das sollte beim Einschweißen berücksichtigt werden. Also, nicht verzagen Fritze fragen.

Im August ist wieder unser Jahrestreffen. Dieses Mal in Waldenburg und ich komme mit meinem neuen 190SL. Nach der Ausfahrt, werde ich wie immer an der Hebebühne stehen, Eure Schätzchen besichtigen und die Vergaser einstellen.

Fritz Wallner

 

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